Spanien
Wir danken Herrn Manfred Adirsch und der Tierhilfe über Grenzen e.V., für die Unterstützung und die Bereitstellung der Fotos und Informationen.
Das Land
Spanien ist ein Land des Tourismus, das zweit beliebteste Urlaubsland und Ziel von 7% aller Touristen. Es ist eines der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen, die vor allem auf Mallorca die spanische Sonne und das Meer genießen.
Spanien hat ca. 41. Mio. Einwohner. Dort herrscht seit 1978 die konstitutionelle Monarchie. Das Land ist seit 1982 Mitglied der Nato und seit 1986 Mitglied der Europäischen Union.
Spanien ist ein Land voller Traditionen, mit malerischen Landschaften und geschichtsträchtigen Städten, wunderschönen historischen Bauten. Ein Land in dem Geschichte geschrieben wurde und auch heute noch geschrieben wird. Die Geschichte einer großen Flotte, der Armada, eine Geschichte des Ruhmes und der Ehre.
Heute ist es die Geschichte von unzähligen ausgesetzten, streunenden, getöteten Hunden und Katzen.
Das Tierschutzgesetz
Der Tierschutz fällt in Spanien in den Zuständigkeitsbereich der 17 autonomen Regionen.
Das heißt es gibt dort 17 verschiedene Tierschutzgesetze, eines für jede der autonomen Regionen. In Katalonien wurde zum Beispiel ein neues Tierschutzgesetz verabschiedet, dass mehr Schutz für Haustiere gewährt. So dürfen Tiere ab 2007 in Tierheimen nicht mehr eingeschläfert werden und das Aussetzen von Tieren ist strafbar und wird mit Bußgeld belangt.
Auch dürfen Tiere nur noch im Fachhandel verkauft werden, jedoch nicht im Schaufenster zu sehen sein. Haustiere müssen registriert werden, bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe. Auch schlechte Haltungsbedingungen stehen unter Strafe.
Die spanische Regierung hat im Jahre 2008 die Ausarbeitung eines übergeordneten Tierschutzgesetzes beschlossen. Dies wurde von 3, der 7 im Parlament vertretenen Parteien unterstützt, der sozialistischen PSOE, der konservativen Volkspartei Partido Popular und von der bürgerlichen CiU.
Im Januar 2009 informierte das Ministerium für Umweltschutz, Land- und Seewirtschaft dann offiziell, dass es unmöglich sei, ein nationales Gesetz zu schaffen, da nach Auskunft des Ministeriums die Juristen kein solches Projekt gutheißen könnten, weil in dieser Materie die einzelnen zuständigen autonomen Staaten zuständig seien.
Doch auch die Umsetzung der Gesetze in den autonomen Staaten lässt zu wünschen übrig. Denn auch die Polizei schreitet nur zögerlich ein, es sei denn die Anzeige kommt von Behörden oder Tierschutzvereinigungen, denn hier droht die Gefahr, dass eine Nichtreaktion öffentlich werden könnte.
Anzeigen von Privatleuten werden gewissermaßen ignoriert.
Jagdhunde
Es ist Tradition in Spanien, untaugliche Galgos, Windhunde, die zur Jagd gebraucht werden, zu erhängen und ausgediente Jagdhunde zu erdrosseln.
Den Strick kann man mehrmals verwenden, eine Kugel wäre weg und somit verschwendetes Gut.
Die Hunde zappeln um ihr Leben und sterben langsam und qualvoll, hängt man sie doch manchmal so auf, dass die Hinterpfoten noch gerade den Boden berühren.
Als zusätzliche Strafe für ihr Versagen oder als zynische „Chance“ sich zu befreien???
Die Jagdhunde werden Zeit ihres Lebens, in engen Verschlägen gehalten und erhalten kaum Futter, gerade genug um zu überleben.
Keiner kümmert sich um sie, niemand streichelt sie. Sie haben nur einen einzigen Zweck.
Jagen.
Zur Jagdsaison, wird die Futtermenge noch weiter reduziert, damit das Jagdverhalten der Hunde gesteigert wird. Erweisen sie sich als untauglich, haben zu wenig Jagdtrieb, sind sie zu langsam oder nicht schussfest, dann werden sie beseitigt.
Dies war immer so. Traditionen ändern sich nicht so schnell und wo kein Kläger, da kein Richter.
Tierheime und Tötungen
Viele Hunde und Katzen werden von ihren Besitzern ausgesetzt. Viele Hunde leben an der Kette und bewachen ein Grundstück oder ein Wochenendhaus und werden nur unzureichend versorgt.
Kastrationen an den Tieren werden so gut wie nie durchgeführt. Wird der Hund alt oder nicht mehr benötigt, dann wird er ausgesetzt oder abgeschoben.
Ganz zu schweigen von den vielen ausgemusterten Jagdhunden, die ihr bisheriges Leben unter unwürdigen Bedingungen fristen mussten.
Ganz zu schweigen von den vielen unerwünschten Welpen, die kaum auf der Welt, wieder entsorgt werden.
Zitat von Tierhilfe über Grenzen e.V.:
„Wie soll man verstehen lernen, dass jemand sein Haustier, das er gekauft oder aufgenommen hat, sich dann seiner Verantwortung entledigt, es aussetzt oder in einem Aufnahmezentrum abgibt und damit für dieses mindestens zu 70 % ein Todesurteil für einen Tatbestand der Unschuld fällt.
Das bloße Abgeben ist sogar legal und rechtlich nicht zu ahnden. Ein schreiendes Unrecht, was diesen Mitgeschöpfen widerfährt. Ein Beispiel für die Fortführung der inhumanen Beurteilungsmaßstäbe "unwerten Lebens" mit den negativen Auswirkungen im Ziel um gesellschaftliche Vervollkommnung.“
Wenn diese Tiere Glück haben, dann kommen sie in eines der wenigen privat geführten Tierheime (Protectora).
Diese Tierheime versuchen ihr Möglichstes um den Tieren gerecht zu werden und häufig werden Tiere aus diesen Protectoras nach Deutschland vermittelt.
Meist sind die Protectoras rettungslos überfüllt, da die Menschen dort nicht nur die Tiere aufnehmen, die bei Ihnen abgegeben werden, sondern auch so viele Tiere, als möglich, aus den Perreras holen, damit diese nicht getötet werden und die Hoffnung auf ein Leben ohne Angst, Schmerz und Hunger bekommen.
Wenn sie Pech haben dann kommen sie in eine staatliche Perrera, eine Tötungsstation, in der Fund und Abgabetiere nach einer bestimmten Frist getötet werden. (Diese Frist differiert leicht, je nach dem autonomen Land, in dem sich die Perrera befindet)
Die Tiere leben auf blankem Beton, ohne Decken, ohne Körbe und selbstverständlich ohne Zuwendung.
Sie haben Angst, Todesangst und das absolut berechtigt. Innerhalb dieser Aufbewahrungsfrist können die Hund und Katzen von ihren Besitzern oder anderen Menschen abgeholt werden..
Danach ist ihr Leben nur noch wenig wert.
Einige Perreras (z.B. die Perrera in Vitoria) werden von Tierschützern aus Deutschland unterstützt. Diese Menschen versuchen so viele Tiere, als möglich zu vermitteln, damit die Einrichtung relativ leer bleibt und nicht überbelegt ist. Somit ist die Chance, dass die in der Perrera verbleibenden Tiere nicht getötet werden, größer.
Wenn sie sehr viel Pech haben, dann kommen sie in eine private Tötungsstation.
Diese privaten Tötungsstationen werden oftmals von Leuten geführt, die damit ein Geschäft machen wollen und es auch tun.
Die Tiere werden unter den Minimalstbedingungen aufbewahrt und dann unter Minimalstbedingungen getötet, da die zuständigen Städte und Gemeinden, die diese Unternehmen, im Sinne eines sauberen Straßenbildes, beauftragen, für jedes Fundtier bezahlen und so mehr Gewinn zu erzielen ist.
Denn es ist nur Gewinn zu erzielen, wenn man sparsam ist.
Sparsam mit Futter,
sparsam mit medizinischer Versorgung,
sparsam mit Wasser und
sparsam mit Medikamenten, die die Tiere töten sollen.
Auch sparsam mit Zeit, denn Zeit ist Geld. Warum also die Tiere vor dem Ausspritzen der Zwinger, aus demselben holen? Patschnass, in eine Ecke gespritzt und starr vor Angst, im Sommer, wie im Winter. Eine unbehandelte Lungenentzündung, spart die Kosten der Tötung.
Ein Eindruck davon, wie die Behandlung von Fundhunden in den durch die Stadtverwaltungen beauftragten Privatunternehmen gehandhabt werden können, sehen Sie auf den Bildern.
Sicherlich darf man nicht alles verallgemeinern aber es liegt auf der Hand, dass die Neigung besondere Aufwendungen zu treiben gering ist, wenn nach spanischem Recht, die Aufbewahrungszeit der Fundtiere begrenzt ist und danach eine Tötung erfolgt.
Die Stadtverwaltungen entledigen sich über die Beauftragung jeder Verpflichtung und die Unternehmen maximieren ihren Gewinn durch geringst möglichen Aufwand.
Letztlich sind beide zufrieden und eine Kontrolle scheint auch nicht vordringlich Und der Abfall wird im geschlossenen Container zur Verbrennung entsorgt. Die Welt ist in Ordnung wenn nicht ab und zu durch Tierschützer etwas aufgedeckt wird.
So hatte das in Terrassa, Catalunya, beauftragte Unternehmen Global Animal einen Subunternehmer beschäftigt, der diese Dienste an Feiertagen und außerhalb der normalen Geschäftszeiten ausführte und auch die Fundtiere in seiner Einrichtung Fiel Amigo (Treuer Freund) aufbewahrte.
Wie es bei dem “treuen Freund” Ende Dezember 2005 aussah, sehen Sie auf den Bildern. Leider werden die Vorschriften bezüglich der Minimalbedingungen in den Perreras von staatlicher Seite kaum kontrolliert, wiederum, wo kein Kläger, da kein Richter, so dass diese häufig unterschritten werden und die Tiere unter schlechtesten Umständen vegetieren und getötet werden.
Beispiele
Die Texte und Fotos wurden uns mit freundlicher Genehmigung von Manfred Adirsch, Tierhilfe über Grenzen e.V., zur Verfügung gestellt
Beispiel 1
Diese Hündin vagabundierte 6 Monate mit einem über ihren Kopf gestülpten Metallgewebeschlauch
Einige Bewohner hatten davon berichtet, eine Hündin in der Umgebung von Castellón gesehen zu haben.
Da sie aber sehr scheu war, flüchtete sie wenn man sich ihr näherte. Etwas später hörten wir, dass sie mit einem Rüden zusammen sei und wir waren sicher, dass sie früher oder später trächtig sein werde.
Niemand konnte genau sagen was ihren Kopf bedeckte wenn wir auch annehmen konnten, dass dort ein Loch sei, durch welches sie fressen und trinken konnte.
Da aber der größte Teil ihres Kopfes bedeckt war konnte es für sie wie auch für ihre Welpen lebensgefährlich sein.
Nachdem sie 2 Wochen verschwunden war und wir gekommen waren sie zu suchen, überzeugt, dass sie wohl Welpen habe, beschlossen wir mit einer Gruppe Freiwilliger eine Suchaktion zu machen und sie zu fangen und für sie mit ihren Welpen ein Zuhause zu finden. Das war nicht einfach.
Am ersten Tag suchten wir zu Fuß alle Gartengrundstücke vom Camino Donación bis Carrefour, suchten in Bewässerungskanälen, Löchern und jedem Winkel wo die Hündin ihre Jungen versteckt haben könnte.
Bis wir sie dann fanden. In einem verlassenen Haus.
Es waren vier Welpen dort, etwa drei Wochen alt. Die Hündin und der Rüde waren auch dort und flüchteten als sie sahen, dass wir uns näherten.
Nachdem wir nun wussten wo sie waren konnten wir uns vorbereiten wie und wann wir sie fangen wollten. Das Haus war zwar eingezäunt aber es waren einige Löcher durch die sie entweichen konnten.
Außerdem war das Haus genau in der Nähe von Bienenstöcken an denen die Bienenzüchter am Tage tätig waren.
Wenn wir nicht wie am ersten Tage mit Bienenstichen davonkommen wollten, konnten wir nur nach acht Uhr abends kommen mit nur noch zwei Stunden Licht.
Also mussten wir versteckt in zwei Autos warten bis die Hunde durch das einzige Loch geschlüpft waren welches wir offen gelassen hatten.
Das haben wir dreimal versucht.
Am ersten Tag, nach zwei Stunden des Wartens, konnten wir sie nicht bekommen weil sie einen der Ausgänge durchbrach und entkam.
Am zweiten Tag gingen sie nicht in die Umzäunung und nachdem wir sie in drei Stunden um das Haus herum streifen sahen wurde es dunkel und wir mussten gehen.
Aber am Sonntag erreichten wir es. Wir kamen um 19:30 Uhr und blieben wie immer in den Autos. Und nach einer Stunde kamen sie dann. Als sie dann hineingegangen waren, sprangen wir aus den Autos und konnten im selben Moment die Hündin fangen. Aber der Rüde entkam.
In diesem Moment fanden wir bestätigt was diese Hündin genau am Kopf trug. Es war ein Schlauch, hergestellt aus einem starken Metallgewebe welches über ihren Kopf unbefreibar gestülpt war.
Diese Hündin, die verloren oder ausgesetzt vagabundierte, wurde von jemand genommen, der ihr diesen Metallgewebeschlauch absichtlich über Kopf vom Hals bis zur Schnauze geschoben hat.
Wir brachten die Hündin sofort in die Policlínica Veterinaria Castellón zur Untersuchung durch eine Tierärztin.
Die Verletzungen die sichtbar wurden als der Metallgewebeschlauch mit einer Beißzange aufgeschnitten wurde waren unbeschreiblich.
Der ganze Bereich innerhalb des Halses von Ohr zu Ohr war voll von tiefen Schnitten und infiziert. Der ganze Hals musste rasiert werden um die Wunden gut zu säubern. Sie war dann die ganze Zeit am Tropf und bekam Beruhigungsmittel, denn die Behandlung war sehr schmerzhaft
Die Hündin wurde dann im Tierheim des Tierschutzvereines in Vinaroz, El Cau, aufgenommen, wo sie sich vollkommen erholte und ihre Welpen wurden von einer Tierschützerin versorgt bis sie adoptiert wurden.
Hada, so wurde sie in El Cau getauft, überlebte 6 Monate in dieser Abhängigkeit, suchte etwas zum Fressen und Trinken, kreuzte die Straßen ohne etwas sehen zu können, zog vier Welpen auf ohne ihnen einen Kratzer zuzufügen mit dem Scharfkantigen das sie trug.
Der Rüde, ihr Begleiter, ein Bretón, weiß/braun blieb allein. Während der Stunden, wartend in Auto, konnten wir sehen wie sie immer beide zusammen gingen.
Er war ihre Augen, er führte sie und zeigte bellend an wenn er etwas Eigenartiges sah.
Beispiel 2
Eine Wohnung musste von den Mietern zwangsweise wegen ihrer Unzuverlässigkeit verlassen werden.
Diese hatten Camilo, den sie dort zurückließen und der aus dem sechsten Stock des Wohnhauses stürzte.
Ob es beim Versuch geschah aus der Wohnung zu entweichen oder ob er hinausgeworfen wurde, ist bisher ungeklärt.
Wir gehen der Sache weiter nach. Er hat sich dabei einen Vorder- und einen Hinterlauf verletzt, was wir operativ behandeln ließen und er braucht noch eine Zeit der Erholung. Er ist ein gutes, häusliches und zutrauliches Tier.
Beispiel 3
Dieser Vorfall ereignete sich am 30. Mai 2008 in der Provinz, in der auch wir ansässig sind, im Tierheim der Protectora de Animales de la Ribera.
Unbekannte waren auf das Gelände eingedrungen und töteten die Hündin Regina brutal.
Sie fesselten ihre Läufe mit Draht, missbrauchten sie sexuell, steckten ihr eine Zitrusfrucht in den After und schlugen ihr grausam den Kopf ein bis das arme Tier wehrlos in einer Blutlache verendete. Außerdem raubten sie noch drei weitere Hunde und zerstörten innere und äußere Umzäunungen.
Beispiel 4
Popeye, wie ihn seine Besitzerin rief, wurde seit 13 Jahren Gewalt angetan.
Die Nachbarn zeigten uns die Vorkommnisse an. Die Besitzerin schlug dem armen Tier mit einem Stock auf den Kopf, dass es aus einer Platzwunde blutete, brachte es auf die Dachterrasse und ließ es dort vier Tage, dass es sterben sollte. Doch der Hund widerstand dem.
Die Nachbarn erzählten, dass die Besitzerin ihn töten möchte weil er ihr zu viel Arbeit mache und hörten sie schreien: "dich werde ich töten", während sie ihn schlug. Diese Gewaltanwendung erfolgte seit langer Zeit, wie man an den vielen sichtbaren Verletzungsmerkmalen erkennen konnte.
Wir haben die Situation zusammen mit der Polizei festgestellt.
Angeblich würde der Hund beim Wäscheaufhängen beißen. Dies war gelogen, wie wir feststellen konnten.
Er war stets mit einer Kette an der Wand befestigt und wurde niemals auf die Straße geführt. Seine Notdurft verrichtete er angekettet.
Statt Zuneigung erhielt er Schläge von der Besitzerin (75) und ihrem Sohn (45). Wir überprüften nach dem Polizeieinsatz den aktuellen Zustand und korrekte Behandlung weiter aber haben inzwischen das Tier bei uns zur Vermittlung aufgenommen, denn die Besitzerin wusste, dass sie die legale Möglichkeit hat, den Hund in der Perrera abzugeben.
Wir haben den Zustand am 08.11.2004 in Castellon zur Anzeige gebracht und haben auch ein gerichtliches Verfahren gegen die Besitzer eingeleitet. Die Presse und auch der Fernsehsender Canal 9 aus Valencia haben darüber berichtet. Dieses arme Tier verdient ein Alter in Würde und Ruhe.
Todesstatistik
Im Jahre 2003 hatte die Provinz Castellón 135 Gemeinden von denen 21 einen Dienst für das Einfangen und die Abwicklung vagabundierender Haustiere haben.
Diese 21 Gemeinden repräsentieren eine Zahl von 411.971 Einwohnern.
Das sind 79,5 % der Gesamteinwohnerzahl der Provinz. Die Gemeinden, die offiziell Daten zur Verfügung stellten, hatten mit 238.391 Einwohnern einen Anteil von 57,9 % an den mit Service ausgestatteten Gemeinden und 46 % an der Gesamtbevölkerung der Provinz Castellón.
Das Aufkommen der eingefangenen, vagabundierenden Fundtiere, im Wesentlichen Hunde, betrug 2.046 Tiere in 2003.
Jedoch ist ein Verbleib von 97 Tieren unklar geblieben. Es konnten 296 in Adoption gegeben werden, 248 wurden ihrem Besitzer zurück gegeben und 1.405 wurden getötet.
Unter der Annahme, dass dieses Verhältnis auch für die Gesamteinwohnerzahl der ganzen Provinz repräsentativ ist, vagabundierten im Jahre 2003 insgesamt dort kalkuliert 4.484 Haustiere von denen 3.054 dies mit ihrem Leben bezahlten Den Dienst des Einfangens und der Abwicklung vagabundierender Haustiere teilen sich drei Unternehmen, die vertraglich von den Stadt- und Ortsverwaltungen in Anspruch genommen und dafür bezahlt werden.
Die Unternehmen stehen gegenseitig im Wettbewerb und bewerben die Gemeinden. Natürlich erfolgt die Arbeitsweise nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten und weniger nach ethischen.
Insofern wird auch versucht die Kennzahlen unternehmensbezogen zu verschleiern. Die gesicherten Daten eines der kleineren Unternehmen in der Nähe ergaben einen Zugang von 1.249 Tieren in 2003. Das sind monatlich 104 Tiere. Von diesen wurden 743 getötet, also monatlich 62.
Züchter und Welpenhandel
Auch in Spanien werden Hunde gezüchtet, als wären sie vom Aussterben bedroht, als wären die Perreras und Tierheime verwaist und als gäbe es sie morgen nicht mehr.
Gerade bei den Jagdhunden, wie den Galgos, wird Nachschub ohne Unterlass produziert, da es für die Jäger wichtig ist, nur die besten, schnellsten und leistungsfähigsten Hunde zu selektieren. Der Rest ist Ausschuss und wird entsorgt.
Auch die Besten und Schnellsten sind innerhalb weniger Jahre, durch die schlechte Haltung und die extremen Anforderungen nicht mehr zur Jagd tauglich und werden, erschossen, erschlagen oder aufgehängt.
Aber der Nachwuchs steht in großer Zahl wieder parat, so stellt es für den Jäger kein Problem dar.
Auch viele Kleinhundrassen, wie zum Beispiel Yorkshire-Terrier, aber auch andere „Modehunde“ werden häufig in Massenzuchten vermehrt.
Die Hunde werden in kleinen engen Käfigen oder Verschlägen gehalten, die sie nicht verlassen dürfen.
Sie dürfen nur Eines: Welpen produzieren. Die Welpen werden dann verkauft und landen, wenn sie nicht mehr klein und niedlich sind oder in die Lebensumständen des Käufers passen in der Perrera, im Tierheim oder sie werden einfach ausgesetzt.
Hundekämpfe
Hundekämpfe sind in Spanien seit 2006 offiziell verboten.
Dennoch finden die Kämpfe zum Zeitvertreib und um Wetten abzuschließen in einem bestimmten Milieu immer noch statt. Bei diesen illegalen Hundekämpfen werden auch ausgediente Jagdhunde, wie zum Beispiel Galgos, als Dummies benutzt, die gegen ihre Gegner nicht den Hauch einer Chance haben und zerrissen werden.
Zu den traditionellen spanischen Kampfhunden zählen zum Beispiel der Perro de Presa Canario und der Perro de Presa Mallorquin.
Im ausgehendem Mittelalter wurden dies Presa Canarios, als Jäger wehrhaften Wildes (Hirsch, Bär, Wildschwein), als Kriegshund, als Treiber und Packer an den Rinderherden und als Wach- und Schutzhund eingesetzt.
Heute haben diese Hunde ihre „Arbeit“ fast gänzlich verloren und werden als Bewacher von Haus und Hof gehalten oder vom Menschen zu Hundekämpfen missbraucht.
Die Presa Mallorquin wurde schon vor 200 Jahren für Hundekämpfe und Bullenbeißen (Beim Bullenbeißen besteht die Aufgabe des Hundes darin, einen ausgewachsenen Stier zu Boden zu reißen) missbraucht. Nachdem diese Art der Verwendung verboten wurde, war er fast vom aussterben bedroht und wird heute als Haushund gehalten.
Hunderennen
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts kamen in Spanien Hunderennen auf. In vielen größeren Städten entstanden Rennbahnen.
Windhundrennen hatten in Spanien während der Zeit des Franco-Regimes eine Blütezeit und verloren in den achtziger und neunziger Jahren an Bedeutung.
Zu Beginn des aktuellen Jahrhunderts gab es noch vier oder fünf Bahnen, in 2006 war nur noch eine aktiv betriebene Windhundrennbahn in einem Vorort von Barcelona bekannt. Die letzte kommerzielle Rennbahn wurde 2007 geschlossen.
Für die Galgos und alle anderen Windhunde, überall, gilt allerdings, dass ihre Karriere sehr kurz ist.
Ein Windhund dieser Größe ist mit ca. vierzehn Monaten ausgewachsen. Im Alter zwischen einem und anderthalb Jahren gibt es für die Windhunde nichts Schöneres als zu rennen.
In diesem Zeitraum ist er aber auch auf dem Zenit seiner Leistungsfähigkeit. Ein Windhund wird rund um seinen zweiten Geburtstag herum die schnellsten Zeiten erreichen - ob auf der Bahn oder im Gelände.
Viele Tiere haben in diesem Alter schon Erfahrungen mit Verletzungen gemacht, denn Windhunde sind Spitzensportler, die bei Spitzenleistungen zu Knochenbrüchen und Muskelzerrungen und -rissen neigen. Die Tiere, die zu langsam werden, werden schlicht erschossen.
Windhunde lieben es zu rennen, also renn um Dein Leben, Hund.
Doch Du kannst es nicht gewinnen, das Rennen, denn Du wirst alt und langsamer und dann wirst Du zum Dank erschossen.
Wozu das alles?
Um des Profits der Wettbüros willen.
Ausschließlich.
Niemand besucht Hunderennen, weil er Hunde liebt.
Niemand setzt auf Windhunde, weil er diesen “Sport” so mag.
Wer auf Hunde wettet, tut das, weil er gewinnen will.
Je mehr Konsumenten in Europa (und weltweit) das tun, desto mehr werden die Veranstalter Windhundrennen in aller Welt anbieten und dafür sorgen, dass das Töten von Hunden, die gesund sind und jung genug für acht bis zehn glückliche Lebensjahre, weitergeht und womöglich anwächst.
(Quelle. www.rainersacht.de „Lahme Hunde müssen sterben“ vom 17.07.2006)
Was muss sich ändern?
Ein Umdenken wird nicht von heute auf morgen stattfinden, weder in der Bevölkerung, noch in der Exekutive.
Eine staatliche Gesetzgebung ist ein unabdingbarer Pfeiler, dass Elend der Tiere zu lindern.
Jedoch hilft das wenig, wenn sich kaum jemand an die bestehenden Gesetze hält und auch die Exekutive nur schleppend daran interessiert ist, diesen Gesetzen bei Zuwiderhandlung, durch Strafen Geltung zu verleihen.
Auch Kastrationsprojekte sollen in jedem Fall durchgeführt und unterstützt werden.
Jedoch muss auch hier die Tatsache gesehen werden, dass nur der Umstand, dass der Hund oder die Katze kastriert ist, die Tiere nicht davor schützt eingefangen und in einer Perrera getötet zu werden.
Aus diesem Grund muss die Bevölkerung, besonders die Kinder und Jugendlichen, dafür sensibilisiert werden, dass Tiere Mitgeschöpfe sind, die Schmerz und Freude empfinden, wie sie selbst und keine Gebrauchs- und Wegwerfartikel unserer Gesellschaft.
Dies könnte durch Schulprojekte, Vorträge und Tierschutztage an den Schulen und Austausch mit z.B. deutschen oder österreichischen Schulen, bewerkstelligt werden.
Auch die Zucht von Jagdhunden und selbstverständlich auch anderen Hunden und Katzen muss eingeschränkt und gesetzlich geregelt werden, damit der unermessliche Nachschub an Hunden gestoppt wird.
Katzen die Freigang haben müssen kastriert werden.
Dies kann auch bei Privat-Katzen nur durch Aufklärung der Halter und subventionierte Kastrationen bewerkstelligt werden.
Nur ein Umdenken der Menschen, kann die Tiere vor dem Menschen schützen.
Erst wenn verstanden wird, dass Tiere lebende Wesen mit Gefühlen sind, die nicht vor dem Menschen, sondern von den Menschen geschützt werden müssen, wenn das respektiert und umgesetzt wird, dann erst wird sich das Leid der Tiere verringern.
Daran wird kein Gesetz und keine Strafe etwas ändern.
Bericht von
Susanne Schmitz






















