Das serbische Tierlager in Loznica
Dass Tierschutzarbeit oft auch unschöne Bilder mit sich bringt ist hinreichend bekannt.
Und doch schockieren uns die Bilder bitterer Realität immer wieder. So auch die Neuesten – diesmal aus Serbien.
Loznica, eine Stadt im Westen Serbiens gelegen betreibt ein staatliches „Tierlager“, aus welchem erst unlängst schockierende Bilder über das Netzwerk europäischer Tierschützer verbreitet wurden. Tote, halb verweste Hunde, erfrorene Welpen und zerfleischte Kadaver – Bilder des Grauens.
Die Finanzierung und Betreuung obliegt der städtischen Verwaltung, und für die Pflege der Tiere ist eigens ein vierköpfiges Team zuständig. Nach verlässlichen Informationen kann die Vokabel Pflege jedoch leider nicht wörtlich genommen werden. Das Personal ist nicht durchgehend vor Ort, manchmal sogar nur an zwei Tagen in der Woche. Die Hunde werden nicht regelmäßig gefüttert, weshalb sich die Tiere aus Hunger regelmäßig selbst zerfleischen.
Auch die hygienischen Bedingungen sind katastrophal. Die Boxen werden nur sehr selten gereinigt, und obschon die Stadt ein Budget für Medikamente vorhält, findet eine medizinische Betreuung ebenfalls nicht statt. Wohin die Gelder fließen ist unbekannt. Auch in den harten Wintermonaten werden den Hunden nicht ausreichen Hütten zur Verfügung gestellt. Der Vorschlag, doch wenigstens ein paar Hütten durch Spendengelder zu beschaffen wurde von dem Direktor des Tierlagers abgelehnt. Im Januar wurden trotzdem einige Hütten durch die Hilfe einheimischer Tierschützer beschafft, doch bleiben die Spenden bislang ungenutzt. Der Grund: Wenn mehr Hütten in den Boxen stehen, passen weniger Hunde in die Käfige, so der Direktor.
Fremde Hilfe ist unerwünscht
Die freiwilligen Helfer haben es überaus schwer, denn nicht selten werden sie gar nicht zu den Tieren gelassen. Oft werden sie auch willkürlich und ohne Angaben von Gründen der Anlage verwiesen. Trotzdem zeigen die engagierten Tierschützer unentwegt Präsenz und versuchen ihr Möglichstes, um den Tieren wenigsten ein bisschen helfen zu können. Leider ist dies nur realisierbar, wenn das Personal selbst auch anwesend ist, was leider nicht sehr oft der Fall ist.
Wie erschreckend die Zustände sein müssen, wird an der Zahl der aktuell vermissten Hunde deutlich.
Bis in die letzte Januarwoche waren noch insgesamt 150 Hunde untergebracht. Quasi über Nacht fehlten plötzlich über 60 Hunde, über deren Verbleib man aber nichts sagen kann. Die Vermutung liegt nahe, dass man die Tiere absichtlich ausgesetzt und zur Jagd freigegeben hat, so die örtlichen Tierschützer. Ein grausames Spiel, könnte man meinen, denn einerseits werden Tiere in großer Zahl gefangen und eingepfercht, nur um sie später wieder laufen zu lassen.
Behörden waren nicht informiert
Auf Anfrage beim Bürgermeister der Stadt Loznica war die Antwort so vorhersehbar wie ernüchternd: nach eigener Aussage hatte man über die furchtbaren Umstände im Tierlager keine Kenntnis. Wenigstens versprach man den freiwilligen Helfern jegliche Unterstützung, doch leider ist bislang noch immer keine Besserung eingetreten. Die schrecklichen Bilder belegen die traurige Tatsache, dass die Hunde unverändert elendig verenden und sich in ihrer grenzenlosen Not gegenseitig zerfleischen.
Was bleibt?
Die Tierschützerin Rada Zivanovic ist mit weiteren Helfern maßgeblich an den verzweifelten Bemühungen zur Verbesserung der Lage beteiligt, doch leider sind den Freiwilligen nur allzu oft die Hände gebunden. Gemeinsam mit dem österreichischen Tierschutzverein ATIN erfolgen nunmehr die ersten Schritte zur organisierten Hilfe, doch alles Bemühen steht und fällt mit der versprochenen Unterstützung des Bürgermeisters. Auch fehlt es sowohl aus materieller als auch aus finanzieller Sicht an allen Ecken und Enden.
Durch diesen Bericht hoffen wir möglichst viele Menschen zu erreichen, um die gezeigten Zustände in Loznica schnell und nachhaltig verändern zu können.
Weitere Informationen unter: www.atin.at
Bitte richten Sie Ihre Spende bitte an:
ATIN e.V.
HYPOBANK O.Ö.
Konto-Nr. 100291772
Bankleitzahl: 54000
IBAN: AT11 5400 0001 0029 1772
BIC: OBLAAT2L
Bitte als Verwendungszweck "Tierheim Loznica-Serbien" angeben.









