Hilfe für Helfer
NICHT WEGSCHAUEN – SONDERN HANDELN - das ist unsere Devise
In 17 Jahren unserer Tierschutzarbeit hier in der Toscana haben wir uns noch nie vor so vielen unlösbaren Problemen im Zusammenhang mit den leidenden Tieren gesehen wie gerade im Jahr 2009.
Es ist wahr, dass es in Italien keine gewachsene Tierschutzkultur gibt, wie bei uns in Deutschland, in der Schweiz oder in Österreich, und so sahen sich auch tierliebe Menschen 1991, nachdem die Tötung der Hunde verboten wurde, schnell vor eine Situation gestellt, die in keiner Hinsicht zu bewältigen war.
Anstatt, dass jede größere Gemeinde – wie es bei uns üblich ist – ein eigenes Tierheim errichtet hätte, vergab man das Recht, Tierheim-Betreiber zu werden, an JEDEN, der sich dafür bewarb. Das waren schon damals einige Menschen, die schnelles Geld witterten – und heute sind es noch viel mehr.
Denn der Arbeitsmarkt liegt danieder, es gibt viele Betriebe, die schließen müssen, aber viele Menschen haben immer noch ein Stück Land, außerhalb von irgendwo.
Es genügt, einen Zugang zur Gemeinde zu haben, ein wenig Vitamin B, es genügt, Abkommen zu treffen mit einigen Gemeinden, dass deren Hunde in der Zukunft aufgenommen werden – auf diese Weise bekommt man einen Kredit bei der Bank und errichtet mehr oder weniger nach den gültigen Gesetzen ein Tierheim.
Die Gemeinden geben, je nach dem, in welchem Zustand ein Tierheim ist, ihre Zuschüsse, die zwischen 2 und 7 Euro pro Tag, pro Hund liegen.
Mit den eingehenden Geldern muss der Betreiber oder Unternehmer, wie er sich nennt, nicht nur die Tiere versorgen, sondern auch das Personal bezahlen und die medizinische Versorgung.
Die Kastrationen sollten eigentlich von der Veterinärbehörde übernommen werden.
Da auch hier die Zustände im argen liegen, da es keine Kontrollinstanz gibt (warum wohl nicht???) erkennt der Mensch, der sich nur allzu gern vom schnöden Mammon verführen lässt, dass man auf dem Rücken der stimm- und rechtlosen Tiere viel Geld VERDIENEN kann, um es dann für eigene Zwecke auszugeben.
Der Betreiber selbst macht sich die Hände nicht schmutzig, er optimiert seinen Gewinn, indem er billigstes Futter verfüttert, so wenig Personal wie möglich einstellt, das von keiner Tierliebe geprägt sein muss und der Zustand der Tiere, der interessiert ihn überhaupt nicht.
Denn er setzt keinen Fuß in sein Tierheim, das bald wegen Überfüllung zum Lager geworden ist – sondern höchstens in sein Büro….
Die Hunde werden zu GEFÄNGNISINSASSEN AUF LEBENSZEIT, denn sie müssen ja dem Betreiber die Rückzahlung des Kredits ermöglichen und darüber hinaus sein gutes Leben, oftmals auch im Luxus!!!
Wirklich tierliebe Menschen, zumeist Frauen, sammeln Hunde von den Strassen auf, versorgen sie, so gut sie können mit den vorhandenen eigenen Mitteln und bekommen KEINE oder ganz minimale pauschale Zuschüsse von den Gemeinden.
Diese „ Tierheime“, errichtet mit eigenen Händen, mit primitivsten Mitteln, geführt über Jahre hinweg, solange die Kraft reicht – sind heute mit den ins unermessliche gestiegenen Kosten für Futter und Medizin am Ende angekommen. Internet und Email gereichen uns vielfach zum Segen, aber auf diese Weise erfährt man auch viel Schlimmes – und kann nicht überall und nicht ausreichend helfen.
Es gibt überraschend viele, sehr engagierte, zumeist junge und jüngere italienische Tierschützer, die neben der Arbeit, mit einem geringen Einkommen, neben der Versorgung der Familie Tag für Tag unterwegs sind, um auf den Strassen, in den Bergen, in unwirtlichen Gegenden Tiere zu füttern, Tiere zu retten, verletzte in Kliniken zu bringen.
Das alles müssen sie von ihrem eigenen Geld machen, ab und zu wird zu Kollekten aufgerufen, damit besonders teure OP’s bezahlt werden können. Sie haben keine Lobby, können sich an niemanden wenden, der helfen würde, das LETZTE, was sie tun würden ist, das gefundene Tier in einem dieser Lager abzuliefern. Denn das wäre das Todesurteil für den Hund.
Und so kommt es, dass per Email tagtäglich einem viele, viele erbärmliche, zu Herzen gehende Tierschicksale vorgestellt werden. Tiermütter, die mit ihren Kindern unter Brücken leben, ihr Futter im Abfall suchen, um es dann angekommen an ihrer „Lagerstätte“ den Kindern vorzuwürgen.
Sie selbst sind abgemagert, ausgezehrt. Sie werden großteils vertrieben, geschlagen, vergiftet oder auch in ihrer Not ignoriert.
DAS ALLES WAR VOR 30 JAHREN NICHT DER FALL!!! Da gab es noch den christlichen Gedanken, dass man dem Tier zumindest etwas zu essen angeboten hat. Heute heißt die Parole, die selbst von Bürgermeistern!!! ausgegeben wird: „Füttert nicht, dann verschwinden sie von selbst – oder sterben“. ;
Wer, wie wir in 17 Jahren der Arbeit mit den Tieren oft erlebt hat, wie dankbar die Mütter sind, die mit ihren Kindern in Ruhe, gut versorgt bei uns aufwachsen dürfen – seien es Hunde oder Katzen – der kann sich dem Leid der Weggeworfenen nicht durch WEGSEHEN, durch WEGHÖREN und durch WEGDRÜCKEN einer Nachricht entziehen.
Wir hier in der Mitte Italiens, sind Ansprechpartner in Not für viele, viele Tierschützer von Nord nach Süd geworden. Darüber hinaus wenden sich – ebenfalls dank Internet – Urlauber an uns, die mit der Wirklichkeit der schlechten Tierhaltung hier auf Bauernhöfen oder wie man jetzt sagt Agritourismen konfrontiert werden und denen so der Urlaub verleidet wird.
Wir von SOS ANIMALI INTERNATIONAL wollen helfen, wo Hilfe auf die unterschiedlichste Weise notwendig ist, wir wollen niemanden abweisen, nicht Mensch und nicht Tier, aber wir brauchen dazu auch größere Unterstützung.
Wir teilen unsere Futtermittel, unsere Medikamente – aber brauchen auch Nachschub. Wir schicken Futtermittel nach Sizilien, nach Sardinien, nach Elba (Bild hier: Auto von Lisa im Juli 2009), nach Giglio, nach Rieti.
Die weit entfernten Tierheime in Not beliefert ein Futtermittelhändler unseres Vertrauens – es macht keinen Sinn, mittels eines Kuriers Futter von der Mitte Italiens nach z.B. Sizilien zu schicken.
Wir unterstützen Kastrationsaktionen, soweit es uns möglich ist, sind soundsooft gefragt, wenn teure Medikamente zur Rettung eines Tierlebens nötig sind.
ABER: wir selbst haben weit über 300 Tiere – im Durchschnitt 90 Hunde, 245 Katzen, vier Pferde, 1 Esel, Kleintiere wie Nager, Vögel, Papageien, Hühner, Enten, Gänse, Truthühner – allesamt gerettet vor dem sicheren Tod.
BITTE HELFT UNS ZU HELFEN:
Sammelt Futtermittel ~ Sammelt Geldspenden, jeder noch so kleine Beitrag zählt, damit wir auf diese und jene Weise anderen helfen können – der Nachweis hierfür wird erbracht.
Unterstützt unser eigenes Projekt in Planung:
Noch in diesem Jahr wollen wir eine Mutter-und-Kind-Station eröffnen, die natürlich genauso mutterlose Hundekinder aufnehmen wird. Wir werden ein größeres Gelände einzäunen, benötigen die Mittel für Zaunmaterial und Pfähle und müssen dann darauf einige Häuser für Mütter und Kinder aufstellen – bevor der Winter kommt!
Lasst die Tiere in Italien nicht im Stich – stellvertretend für sie, für viele von ihnen dankt - Helga
Bericht von: Helga Selzle-Wallrath
www.sos-animali-international.com
Kontakt: Tel. 0039-0566-998145
Mail : helga(phu)sos-animali-international.com
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