Dorit Feddersen-Petersen
Dorit Urd Feddersen-Petersen ist Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutzkunde am Zoologischen Institut - Abteilung Haustierkunde - an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Bekannt wurde sie der Allgemeinheit durch populärwissenschaftliche Publikationen, Fernsehproduktionen und die sogenannte Kampfhundedebatte, in der sie unter anderem als Gutachterin auftrat.
Interview
PHE: Sie sind als Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutzkunde mit vielen Tierschutzprojekten vertraut. Hat Ihrer Meinung nach schon eine Veränderung im europäischen Tierschutz stattgefunden?
Fr. F-P.: Nein, nicht wirklich. Ein europäisches Tierschutzgesetz wäre ein wirklicher Fortschritt, doch dieses gibt es noch nicht.
PHE: Wie beurteilen Sie die Tatsache, das an die Verabschiedung eines europäischen Tierschutzgesetzes an 99 fehlenden Stimmen gescheitert ist?
Fr. F-P. : Höchst bedauerlich und sehr traurig!!!
PHE: Haben Sie selbst Tiere aus dem Tierschutz?
Fr. F-P.: Zur Zeit nicht, früher ja.
PHE: In Ihrer Arbeit als Fachtierärztin hatten sie sicherlich schon häufig Kontakt mit Tierschutztieren .Konnten Sie bei den sogenannten " Gebrauchthunden" mehr Verhaltensauffälligkeiten feststellen als bei Hunden die nicht durch mehrere Hände gegangen sind?
Fr. F-P.: Ja, durchaus. Die Hunde waren oft sehr schreckhaft und scheu und sozial depriviert. Aber es gibt auch andere, die nicht wesentlich von Hunden, die nicht durch mehrere Hände gingen, unterscheiden.
PHE: Wenn Sie den Tierschutz unter Ihr persönliches Motto stellen sollten, wie würde das lauten?
Fr. F-P.: Wissen schützt Tiere.
PHE: Es ist kaum zu verstehen, das es viele Länder selbst im 21.Jahrhundert nicht schaffen, wertschätzend mit ihren Tieren umzugehen. Tiere sind zu Wegwerfartikeln mutiert. Was könnte Ihrer Meinung nach eine Änderung dieses Verhaltens bewirken?
Fr. F-P.: Es ist ein vielursächliches Problem, denke ich. Naturentfremdung, die Normalität, das Selbstverständnis im Umgang mit Tieren fehlt. Der zwischenmenschliche Umgang leidet ja gleichfalls unter Härte und Mitleidlosigkeit. urbanes, technisiertes Leben hat uns offenbar zugesetzt, es überfordert Menschen, sie nehmen Schaden. Der schlechte Umgang mit Tieren, die fehlende Empathie sehe ich als symptomatisch dafür.
PHE: Kannten Sie vor diesem kleinen Interview die Pfotenhilfe-Ungarn oder die Pfotenhilfe-Europa?
Fr. F-P: Ja
PHE: Welche Projekte planen Sie in nächster Zukunft?
Fr. F-P: Arbeiten zur Mensch-Tier-Beziehung. Aufklärung tut Not und führt hoffentlich aus der Sackgasse, in der sich viele Menschen befinden, heraus.
Zu ihren neuesten Werken zählt das Buch “Ausdrucksverhalten beim Hund. Mimik, Körpersprache, Kommunikation und Verständigung „ , erschienen im Franckh-Kosmos Verlag
Interview führte Britta Berkenfeld




