Der etwas andere Urlaub
Shelter in Smederevo
Serbien Ereignisse
Bei meinem neuen Besuch im „Tierheim“ (was ich wirklich nicht mehr so nennen möchte, da es noch weit davon entfernt ist ) in Smederevo, Serbien habe ich noch erschreckendere Bilder gesehen als das letzte mal.
Es ist für mich als Tierliebhaberin, so wie für jeden gesunden Menschenverstand, schwer zu verstehen wie man Hunde so quälen und sich selbst überlassen kann!
Am Di. 25.08.09 habe ich das Lager das erste Mal wieder besucht und gleich zur Begrüßung musste ich zusehen wie ein kleiner Hund vor mir seine letzten Atemzüge zu sich nahm.
Ich hatte leider keine Möglichkeit zu ihm zu kommen, da der Zaun abgeschlossen war.
Mir blieb also nichts anderes übrig als dem Elend zu zusehen. Als dann die „Pfleger“ gekommen sind und ich sie darauf hinwies das der Hund gestorben war, nahmen sie ihn am Schwanz hoch und steckten ihn in einen Karton in dem er ca. 3 Tage bei 34 Grad in der Sonnen vor dem Lager lag.
Die meisten der Weibchen waren/sind läufig, das brachte natürlich noch mehr Unruhe in das Rudel von ca. 60 Hunden.
Das schlimme ist, kein Weibchen und keiner der Rüden ist kastriert/sterilisiert! Also war jeden Tag nicht nur der Kampf um das Fressen, den besten Schattenplatz, sondern auch um die Weibchen an der Tagesordnung.
Als Witterungsschutz dienen den Hunden nur 4 kleine, metallene „Röhren“ .
Bei der Fütterung handelt es sich wie vorher um altes, hartes, schimmeliges Brot das mit Wasser verdünnt wird, sowie je nachdem Reste vom Essen und Knochen die von einem Supermarkt zur Verfügung gestellt werden.
Bei der Fütterung werden 3-4 Farbeimer für die Hunde im freien Gelände ausgeschüttet und 1 einziger für alle 10 Hunde in den Boxen.
Dabei wird nicht darauf geachtet das die schwächeren und kleinen Hunde auch was bekommen!
Ich habe also jeden Tag die kleinen oder abgemagerten Hunde herausgenommen uns separat gefüttert!
Für die Zeit die ich natürlich da war achtete ich darauf das die Futterspende von Frau Berkenfeld auch wirklich an die Hunde verfüttert wird.
An dieser Stelle nochmals vielen Dank!
Die Eimer wurden immer direkt vor den Hunden gemischt (Brot, etwas Trockenfutter und Wasser), das sie schon aufeinander losgingen bevor das Essen drinnen war.
Ein weiterer Hund der mir aufgefallen war brachte ich sofort raus und habe ihm vor dem Lager Wasser und Fressen hingestellt. Leider hat er den nächsten Tag nicht mehr überlebt , da er viel zu abgemagert und sicherlich auch krank war.
Ein anderer den ich heraus nahm war eben so abgemagert.
Als ich ihm ins Maul schaute, weil er nur trinken und nicht mehr gefressen wollte, sah ich dass die ganzen Zähne gelb und verschleimt waren.
Auch wenn ich keine Tierärztin bin, wusste ich dass es auf keinen Fall so weiter gehen konnte, also bat ich die Leute einen Tierarzt zu rufen. Das betteln um einen Tierarzt wurde 3 Tage ignoriert bis er qualvoll, zurückgezogen im Gebüsch starb.
Mir waren leider die Hände gebunden, da das Lager ein Einfanglager der Stadt ist und somit ein Privatgelände.
Hätte ich einen Tierarzt gerufen hätten sie ihn nicht rein gelassen.
Mir blieb also auch dieses Mal nur die Möglichkeit zu zuschauen, ihm Wasser zu geben und ihn zu streicheln das er merkt das nicht jeder Mensch ihm schlechtes will!
Leider habe ich in der Zeit von 2 Wochen 7 tote Hunde rausgeholt!!!
Einigen Hunden habe ich Wurmtabletten gegeben und die Augen von den Verkrustungen gereinigt und mir einer Augensalbe eingeschmiert, so wie kleine Bisswunden und Kratzer mit einem Spray versorgt.
Leider macht das nun keiner mehr!
Eine alte Schäferhund Dame mit vielen Tumoren und einer zerschmetterten Pfoten wurde 3 Tage in einer kleinen Gitterbox gehalten, da man nicht wusste wohin mit ihr.
Ein taubstummer Arbeiter der Entsorgungsfirma kam mit einem LKW und hievte die Hündin in der Gitterbox hoch und spielte förmlich "Bob der Baumeister", wie ein kleines Kind, mit ihr.
Meine Mutter und ich konnten ihn überreden den Hund wieder runter zu lassen und ihn anschließend in eine freie Box mit mehr Platz zu bringen.
Wie in meinem letzten Bericht erwähnte ich die Anlagehunde, mit denen es jede Menge Zwischenfälle gab.
Bei einem ist es mir nicht mehr möglich ihn zu vergessen! Das war für mich ein kurz Punkt, das ich sagte: „ich kann nicht mehr!“.
Wie auf den Fotos zu sehen ist, sind die Gitter der Boxen so groß, das der Rottweiler seinen Kopf rausbekommt und sich die anderen Hunde schnappen kann, wenn sie in seine Nähe kommen!
Als ich dabei war die kleineren und schwächeren Hunde zu Füttern hörte ich wie Hunde wieder aufeinander losgingen.
Als ich sah das es wieder einmal der Rottweiler war, bin ich sofort rüber gerannt und habe mit meinem Schuh und mit meiner Faust so fest ich konnte auf die Schnauze geschlagen, damit er die Hündin los lässt.
Er hatte sie seitlich am Kopf erwischt und versuchte sie durch das Loch in seine Box zu ziehen ( wie er es schon mal mit einem kleineren Hund gemacht hat ).
Zu dritt, mit einer Holz- und Metallstange haben wir es gerade noch geschafft den Rottweiler von ihr los zu bekommen, bevor noch schlimmeres passiert wäre.
Obwohl er aus dem Maul blutete, wollte er einfach nicht los lassen (dieser Hund wurde eingefangen, nachdem er 12 Schafe bei einem Nachbarn gerissen hatte)! Das schlimme war das leidende Geschrei von der Hündin, ihr sind förmlich die Augen raus gestanden und ihr lief vor Schmerz der Speichel aus dem Mund (die Bilder sind einfach nicht in Worte zu fassen).
In meinem Schock rief ich sofort eine zuständige der Tierschutzorganisation an, das sie so schnell wie möglich einen Tierarzt rufen solle!
Nach 1 Stunde kam der Tierarzt, der sich zu fein für die vielen Hunde war, weil er ja sonst dreckig werden würde!
Er gab der Hündin nur eine Antibiotika Spritze ohne die Bisswunde überhaupt an zu schauen!!!
Die Wunde wird jetzt sicherlich nicht gereinigt und sauber gehalten, geschweige denn das ein Tierarzt sich die Hündin nochmal anschaut.
Ich bat anschließend einen der Herren vorübergehend eine Europalette vor den Rottweiler zu stellen, damit er nicht mehr an die Hunde kommt.
Die Antwort war: „Ich habe jetzt keine Zeit für solche Spielereien, ich muss wieder Hunde einfangen!“
Ich war baff! Ich zog dann mit einem anderen Mann zwei Europaletten davor und fixierte sie. Ich habe am übernächsten Tag einen stabilen Maschendrahtzaun gekauft, damit die Box verstärkt wird und er den Kopf nicht mehr rausbekommt.
So wie für andere Boxen, damit die kleineren Hunde nicht raus können und in Sicherheit sind (leider wurde bis jetzt noch nichts angebracht, da die Arbeiter erst am 22.09 Zeit hätten!)
Als ich im Auto zur Ruhe kam sind mir die Tränen gekommen und die Bilder der Hündin spielten sich wie ein Film immer und immer wieder ab.
Mir war jetzt erst richtig bewusst was dort jeden Tag abläuft und das man dort so schnell wie möglich etwas verändern muss!
Situation/Vorstellungen
Noch vor 3 Jahren hat man die Hunde nur eingefangen und sich selbst überlassen, ohne Futter und Wasser, bis sie mit einer schwachen Dosis T61 getötet wurden.
Eine Frau erzählte mir, dass die Hunde vor den Entsorgungscontainern längere Zeit zappelnd dalagen, bis das Gift endlich wirkte.
Als das Töten verboten wurde, brachte man die Hunde mit einem LKW abseits der Dörfer/Städte auf ein Feld und fuhr weg, sodass die Hunde ohne Nahrung und Wasser auf ihren Tod warteten!
Die Tierschutzorganisation von 5-6 älteren Frauen setzen sich für die Hunde ein, damit sie im Lager bleiben und „verpflegt“ werden.
Die Damen versicherten mir, das man ständig auf der Suche nach Unterstützung ist und auch schon mehrere Tierärzte um Hilfe gebeten hat, jedoch gibt es auch hier ohne Geld keine Resonanz.
Es ist schwierig jemanden zu finden der ohne Bezahlung helfen würde!
Jedoch ist es traurig das außer einer Frau, keine der Anderen zu den Hunden ins Lager geht, um nach ihnen zu schauen oder um sich mit ihnen zu beschäftigen!
2 Männer arbeiten im Tierheim. Der eine wird von der Organisation dafür bezahlt wird, das er 2-3 Stunden am Tag die Hunde füttert (22,- € in der Woche), der andere Mitarbeiter ist über die Gemeinde in der Entsorgungsfirma für 8 Stunden täglich angestellt.
Seine hauptsächliche Arbeit liegt darin, die Hunde zu Fangen, Füttern, Futterbeschaffung und eigentlich auch die Reinigung der Anlage.
Die Reinigung besteht nur darin die Boxen mit einem Schlauch aus zu Spritzen. Es sind jetzt ca. 60 – 70 Hunde, Tendenz steigend, da fast jeden Tag neue Hunde dazu kommen und so gut wie alle Weibchen trächtig sind!
9 Welpen waren von Mehreren noch übrig, leider auch hier viele Tote!
Ohne Kastrationen/Sterilisationen wird der Teufelskreis immer weiter gehen.
Eine Katrationsaktion mit freiwilligen Ärzten wäre ein großer Schritt um das Elend im Lager einigermaßen ein zu dämmen.
Dieses Lager braucht außerdem unbedingt mehr Struktur, einen besseren Aufbau der Website, aktive Hundevermittlung, Witterungsschutz für alle Hunde und getrennte Gehege (Erwachsene und Junghunde), hundegerechte Nahrung und unbedingt ärztliche Versorgung!
Ich bin mir sicher, das ein Großteil der Hunde den Winter nicht überleben wird, wenn nicht vor dem Winter Boxen oder Hundehütten gebaut werden!
Wie ich mitbekommen habe bekommt die Organisation eine kleine, geringe Unterstützung durch die Gemeinde, jedoch reicht das Geld vorne und hinten nicht, um die alten Boxen wieder her zu richten und Neue zu bauen!
Happy End für Jonni
Das erste Foto bei meinem letzten Bericht war ein kleiner Welpe den ich jeden Morgen und Abend auf der Straße fütterte, leider konnte ich in dort nicht mehr auffinden.
Es war um so erfreulicher für mich, als ich ihn im Lager vorfinden konnte. Ich habe ihn nur von weitem gesehen und verlor ihn auch wieder aus den Augen, aber am nächsten Tag bin ich jeden Hund durchgegangen bis ich ihn fand und da war mein Großer wieder, um den es mir so leid tat, das ich ihn damals zurücklassen musste.
Als er näher zu mir kam, sah ich ein ca. 8 cm große eitrige Schnittwunde die so groß und breit war das man das Fleisch sehen konnte.
Da war für mich klar:" nicht noch einer, bei dem ich zuschaue, bis ich ihn tot raushole".
Ich habe ihn heimlich in mein Auto genommen und bin mit ihm zum nächsten Tierarzt gefahren.
Leider wurde ich nur vertröstet, das man dies nicht mehr nähen kann und dies alleine zuwachsen würde, aber wenn ich möchte könnte ich erst am Montag kommen, da wär dann ein richtiger Tierarzt da!
Ich solle doch jetzt in die Apotheke zwei Mittel kaufen!
Da es in der einen Apotheke nur das Hydrogen gab fuhren wir in die Nächste, dort gab man uns aber ein Spray das wie ein Antibiotikum helfe und besser sein sollte.
Ich nahm ihn also mit zu meiner Oma und legte vorsichtig ein Halstuch drüber, damit kein Dreck in die Wunde kommt und das er sie nicht noch weiter aufkratzen würde.
Als ich am Sonntag endlich eine andere Tierärztin fand, säuberte sie die Wunde und das Ausmaß war sichtbar ….
Der Geruch vom Eiter und der offenen Wunde liegt mir immer noch in der Nase. Jonni so heißt er, bekam morgens und abends ein Antibiotikum und auf Rat der Tierärztin sprühte ich ihn weiterhin mit dem Spray ein!
Bevor ich ihn in eine Hundepension brachte, sind wir nochmal zu einer Tierärztin in Beograd gefahren.
Jonni ist bis Ende September in einer Hundepension und kommt mit einer Tierschutzorganisation nach Deutschland!
Es gibt auch schon Interessenten für Jonni, sollte es jedoch nicht gleich klappen, das er in sein neues zu Hause kommt, wird er vorrübergehen bei mir oder meiner Schwerster bleiben!


















