Claudia Ludwig
Die engagierte Moderatorin setzt sich schon seit frühester Kindheit aktiv für Tiere ein. Es ist für Claudia Ludwig selbstverständlich, das diese Tiere alle aus dem Tierschutz stammen.Mit ihrer Arbeit als Moderatorin für „ Tiere suchen ein Zuhause“ ist sie richtungsweisend für die Vermittlung sogenannter „Gebrauchthunde“.
Durch ihre Auslandsreportagen macht sie immer wieder auf die oft katastrophalen Zustände in vielen europäischen Tierheimen aufmerksam und dabei liegt ihr unter anderem die Tierschutzarbeit in Ungarn besonders am Herzen.
Warum sind Tiervermittlungssendungen im Fernsehen so wichtig?
Sendungen wie "Tiere suchen ein Zuhause" im WDR oder "Tierisch Tierisch" bei den Kollegen vom MDR sind für viele Tierheim-Schützlinge, die auf den ersten Blick, vielleicht wegen Ihres Alters, wegen einer Verhaltensauffälligkeit oder einen Behinderung, für Interessenten weniger attraktiv sind, oft die einzige Chance, ein neues Zuhause zu finden.
Denn "Tiere suchen ein Zuhause" wird Woche für Woche von einer Million Menschen gesehen, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass sich unter diesen Zuschauern jemand befindet, der auch bereit ist, ein etwas schwierigeres Tier oder einen "Langzeitinsassen" bei sich aufzunehmen, entsprechend groß ist. Es klappt ja auch meistens.
Der zweite wichtige Aspekt ist, dass durch solche Sendungen viele Menschen generell auf die Idee kommen, sich ein "Second hand"-Tier vom Tierschutzverein zu holen statt zum Züchter oder gar Händler zu gehen. Außerdem haben Tiervermittlungssendungen dazu beigetragen, den Mischlingshund sowie die ganz normale Hauskatze gesellschaftsfähig zu machen, und den Tierfreunden zu zeigen, dass es nicht unbedingt eine Rassekatze oder ein Rassehund sein muss, um sie glücklich zu machen.
Inwiefern sind Sondersendungen aus den verschiedensten Tierheimen für Sie etwas Besonderes?
Bei einer Außenaufzeichnung lernen die Zuschauer auch ein Tierheim kennen, erfahren etwas über die Tierschutzarbeit vor Ort und erkennen dabei hoffentlich, dass unsere Tierheime bei weitem nicht mehr so schreckliche Orte sind, die allen Besuchern die Tränen in die Augen treiben, wie das vielleicht vor 20 oder 30 Jahren häufig der Fall war.
Heute sind Tierheime durchaus attraktive und inspirierende Begegnungsstätten mit Cafeteria, Flohmarkt, Informationsveranstaltungen, möglichst regelmäßigen Tagen der offenen Tür", Lesungen und lustigen Mischlingshunde-Shows. Und hoffentlich bekommen möglichst viele Zuschauer dadurch Lust, selbst einmal in Ihrem Tierheim vorbeizuschauen.
Was macht Ihnen an ihrem Job besonders viel Spaß?
Der enge Kontakt mit den Tieren ist für mich das schönste, und das wird mir auch niemals langweilig. Ich finde alle meine vierbeinigen oder gefiederten Gäste nach wie vor spannend und freue mich darauf, sie kennen zu lernen. Und es ist natürlich auch ein schönes Gefühl, zu wissen, dass man etwas sehr Sinnvolles macht und den Tierschützern bei ihrer wichtigen Arbeit so sehr helfen kann.
Solle ich mich bei einer Aufzeichnung einmal über irgendetwas ärgern, brauche ich eigentlich nur einen netten Hund oder eine freundliche Katzen streicheln, und schon geht es mir wieder gut.
Gab es für Sie als Moderatorin schon Mal einen ganz besonderen „tierischen“ Moment?
Einmal war unmittelbar vor Produktionsbeginn ein kleiner ängstlicher Hund des Tierschutzvereines Aachen auf unserem Studiogelände in Köln-Bocklemünd ausgebüchst und entlaufen. Und alle hatten große Angst, dass er sich wegen seiner immensen Ängstlichkeit nicht mehr einfangen lassen würde. Wir mussten ohne ihn mit der Aufzeichnung beginnen.
Aber während wir noch die anderen Aachner Hunde vorstellten, war es den Tierschützern doch geglückt, ihn zu erwischen, und sie trugen ihn auf dem Arm zu uns ins Studio. Der 1. Vorsitzende des Tierschutzvereines Aachen, der mit mir im Studio seine Schützlinge präsentierte, fing spontan vor Erleichterung an zu weinen, und ich dann vor Rührung auch. Heulend haben wir dann den kleinen Hund vorgestellt. Der Aachner Tierschützer hat daraufhin sogar einen Heiratsantrag bekommen, weil es den Zuschauer so gut gefallen hat, dass auch einmal ein gestandener Mann so spontan Gefühle zeigt.
Meine ungewöhnlichsten vierbeinigen Gästen waren ein riesiger Ochse und ein Wildschwein-Frischling. Etwas mulmig fühlte ich mich einmal mit drei sehr wehrhaften Gänsen im Studio.
Haben Sie selbst Haustiere?
Natürlich habe ich selber Haustiere. Schon als Kind hatte ich Wellensittiche, die ich sehr liebte. Der langersehnte erste Hund, ein kleiner Cockerspaniel, zog dank meiner beherzten älteren Schwester bei uns ein, als ich elf Jahre alt war. Seitdem hatte ich nahezu ohne Unterbrechung das große Glück, mit mindestens einem Hund leben zu dürfen.
Katzen kamen erst viel später hinzu. Heute lebe ich mit drei Katzen und zwei Hunden, habe aber oft auch noch Hund von Freunden bei uns in Pflege. Selbstverständlich sind alle unsere Tiere Tierschutz- bzw- Notfälle, denen wir selbst im Urlaub oder während Dreharbeiten das Leben gerettet haben.
Britta Berkenfeld



