Luigia berichtet aus Apulien...
Die kleine Nina in Not...
Nina ist eine kleine Hündin, die sich zusammen mit weiteren drei kleinen und acht großen Hunden auf dem Grundstück einer armen Familie aufhielt, die sich aus finanziellen Gründen nicht um sie kümmern konnte. Seit drei Jahren wurden sie alle von unserem Verein versorgt, geimpft und nach und nach - je nach finanziellen Mitteln - auch sterilisiert. Vor 8 Tage verließ nun diese Famile über Nacht ihr Haus und zog woanders hin, wo sie Arbeit gefunden hatten. Die Hunde ließen sie alle zurück. Ich habe daraufhin sofort versucht, zumindest für die Kleinen eine Familie zu finden und wurde fündig! Als wir dann dorthin fuhren, um die Kleinen zu holen, war Nina weg!
Wir haben alles abgesucht, aber vergeblich, Nina war verschwunden. Als wir dann schon gehen wollten, kam ich auf die Idee, über die Mauer hinter dem Haus zu steigen und auch dort nachzusehen. Gesagt, getan, kämpfte ich mich durch das dornige Gestrüpp und dahinter lag Nina ! Sie regte sich kaum noch, hatte sich wohl zum Sterben zurückgezogen und konnte nicht mehr aufstehen. Sie jammerte vor Schmerzen, ihre Beine schienen gebrochen und sie hatte seit Tagen nichts gefressen und getrunken und dies bei 40 Grad Hitze.
Ich schrie sofort nach Lucia, Corina und Mariagrazia, damit sie mir helfen.
Nina trank gierig die ganze Schale aus. Dann schafften wir es gemeinsam, sie in eine Decke zu hüllen und ins Auto zu heben.
Wir haben sie dann sofort zum Tierarzt gefahren, der nach einer Röntgenuntersuchung vier komplizierte Brüche feststellte und einen schwierigen und kostspieligen Eingriff prognostizierte ( ca. 350 Euro aufwärts ). Ich gab mich damit aber noch nicht zufrieden und suchte weitere drei Tierärzte auf, doch alle kamen zum gleichen Ergebnis.
Ich werde Nina nun wohl in die Universitätsklinik nach Bari fahren, um mir Rat von Professor Crovace zu holen, der dort der Chef der tierärztlichen Orthopädie ist und sicherlich am besten weiß, wie man Nina helfen kann.
Welpenschwemme...
Vor ein paar Tagen, als ein Mitglied unseres Vereins auf der Fütterungsrunde war und dabei auch in der Nähe eines Müllcontainers stand, hörte er ein lautes Wimmern. Als er nachsah, entdeckte er einen schwarzen Müllsack, in dem sich etwas bewegte und von dem das Wimmern kam. Nun, seine Vermutung erwies sich leider als richtig. Als er den Sack, den man bei 40 Grad Hitze oben zugebunden hatte, öffnete, sah er einen Wurf Welpen, die jämmerlich schrien.
Wir haben sie inzwischen beim Tierarzt vorgestellt und werden sie natürlich bei uns aufnehmen. Leider kostet die Welpenmilch 13,40 Euro pro Einheit. Und dazu kommt, daß wir derzeit weitere sechs Welpen ohne ihre Mutter betreuen und weitere sechs, ebenfalls ca. einen Monat alt, zusamen mit ihrer Mutter.
All das Leid hätte ein Ende, wenn die Haushunde ENDLICH sterilisiert werden würden. Aber diese Mühe macht man sich hier einfach nicht. Man lässt die Hunde gewähren und so entsteht all das Leid für den unerwünschten Nachwuchs, den man dann einfach auf den Müll schmeisst.
Kettenhündin Gilda ist erst einmal gerettet...
Im letzten Tagebucheintrag vom 10.Juli hatte ich Euch von den Kettenhunden erzählt. Dort befand sich auch die Hündin Gilda, die an einer knapp einen Meter langen Kette befestigt ist und wohl einen Gebärmuttervorfall hat, durch den sie sich nicht einmal richtig hinsetzen kann. Ich habe nun, um sie von dort wegbringen zu können, einen Freund der hiesigen Veterinärbehörde gebeten, mir zu helfen. Wir sind mit einem offiziellen Wagen der Behörde hingefahren und haben das vorher als offizielle Inspektion angemeldet. Dadurch hatte ich das Glück, dass mir der Besitzer der Hündin (der auch ein Gewehr besitzt ) glauben musste und ich dadurch Gilda mitnehmen durfte. Nun ist sie beim Tierarzt stationär aufgenommen worden und wird dort auch operiert werden.
Wie ihr seht, jagt hier ein Notfall den nächsten. Nina mit gebrochenen Beinen, ausgesetzte Welpen, die wir großziehen müssen und nun auch Gilda, die ebenfalls operiert werden muss. Hilfe von der Gemeinde bekommen wir natürlich wie immer keine...
Alltag in Apulien, Alltag für uns alle...
Liebe Grüße an Euch alle, die ihr in Gedanken bei uns und den Hunden seid!
Eure traurige Luigia
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