8. August 2010
Canile San Raphael: Wo sind die Hunde...?
Von Tierschützern habe ich erfahren, dass das Canile San Raphael geschlossen worden sein soll. Angeblich habe die Gemeinde kein Geld mehr für die Unterbringungs- und Futterkosten. Da der Betreiber nunmehr seiner Einnahmequelle beraubt sein soll und er keinen Gewinn mehr erzielen kann, habe er alle Hunde auf die Straße gesetzt. Ich bin sofort am Samstag hingefahren, um mich selbst vor Ort davon zu überzeugen.
Ich kenne dieses Canile von früher. Es war immer voller Hunde. Das Gelände gehört der Gemeinde und diese zahlt, wie es hier so üblich ist, pro Tag pro Hund einen bestimmten Betrag an den Betreiber, den dieser sich in die Tasche steckt. Als ich vor Ort eintraf, sah ich, dass tatsächlich alle Boxen vorn auf dem Grundstück leer sind. Ich klingelte, aber keiner öffnete mir.
Ich hörte nur aus dem hinteren Bereich Hundegebell von ca. 30 Hunden. Wo sind aber all die vielen anderen Hunde geblieben? Tatsächlich auf die Straße gesetzt oder vielleicht sogar getötet? Wie geht es den restlichen Hunden, die ich bellen hörte? Ich bin sehr beunruhigt und werde mich am Montag sofort mit der Gemeinde in Verbindung setzen, um Näheres zu erfahren…
Weggeworfene Welpen...
Eine befreundete Tierschützerin hat sie gefunden. In einer geschlossenen Schachtel neben einem Müllcontainer. Als sie Wimmern hörte, wurde sie auf die Schachtel aufmerksam und öffnete sie. Was sie sah, hat ihr den Atem geraubt. Drei Welpen, nur zwei Tage alt. Sie sind
gleich nach der Geburt der Mutter entrissen und zum Sterben weggeworfen worden.
Zwei Tage haben sie in der Schachtel gelegen. Ohne Muttermilch, ohne Mutterliebe, völlig dehydriert, in einem sehr schlechten Zustand. Die Tierschützerin hat sie sofort mit zu sich genommen, um sie aufzuziehen. Zwei der Hundebabies haben es leider nicht geschafft. Der Dritte wird hoffentlich überleben.
"Leben" an zwei Metern...
Auf einer meiner Fütterungsrunden habe ich ihn gesehen, einen der vielen Kettenhunde, die ich immer wieder treffe. Sein Leben : angekettet an zwei Metern auf einem umzäunten Grundstück ohne Futter, ohne Wasser, ohne Schatten in der brütenden Hitze. Ich habe sofort angehalten und ihm von der Straße aus Futter hingeworfen. Teile des Futters habe ich vorher mit Wasser getränkt. Zum Glück habe ich gut zielen und treffen können. Dankbar hat er das Futter angenommen.
Das völlig verwahrloste und verrottete Grundstück ist bewohnt. Ich habe ca. eine Stunde auf die Besitzer gewartet, aber keiner kam. Ich werde Sonntag noch einmal zu dem Grundstück fahren und hoffe, dass ich die Besitzer dann antreffe, um sie zur Rede zu stellen. Sollte es dabei zu Widerstand kommen, werde ich die Carabinieri holen, damit der Hund von der Kette kommt.
Romantik pur...
Auch heute, im 21. Jahrhundert gibt es sie noch in Apulien, die Schafherden, die täglich durch die Straßen und über die Felder ziehen. Sie kommen jeden, manchmal auch nur alle 2 Tage hinten an meinem Grundstück vorbei. Für meine Hunde ist dies natürlich ein großes Ereignis, das durch Hin-und Herlaufen und Bellen gefeiert wird.
Schutz vor der Sonne...
Es ist nach wie vor brütend heiß. Damit meine Hunde vor der sengenden Sonne geschützt sind, habe ich die Hütten abgedeckt. So haben sie Schattenplätze, die sie dankbar nutzen...
Liebe Grüße
Euer Stefano









