3.Juli 2010
Solo hat Angst...
Auf dem Platz Karin, wo ihr Nunzio kennengelernt hattet, hat jemand vor wenigen Tagen drei maximal 4 Wochen alte Babys ausgesetzt. Auf dem Foto seht ihr, wie eines davon ( ich habe ihn Solo getauft ) sich voller Angst in der Ecke einer Toreinfahrt zu verstecken versucht. Sie haben keine Mutter und nun ich bin ihre neue Mutter… Sie fressen mir Gott sei Dank den Brei aus der Hand und trinken Wasser. Das Rudel, es sind gut 25 Hunde dort, hat die Kleinen akzeptiert und der grosse Blueeyes wacht auch über sie. Eine säugende Hündin hat sich zum Glück ihrer als Ersatzmama angenommen.
Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wie hart es mich jedes Mal trifft, wenn ich von meinen Hunden/Babys auf den Strassen wieder wegfahren muss; dies life zu erleben, ist sehr sehr schmerzlich. Ins Auto einsteigen zu müssen und im Rückspiegel die armen Kleinen ( und auch Großen ) zu sehen....Aber ich kann beim besten Willen und Wollen die Kleinen nicht zu mir nehmen und sie bei mir unterbringen. Ich würde sofort Nachbarschaftsanzeige erhalten und anschließend gleich die Kündigung.
Eine Nachbarin, die mich mag, hat mir heute bereits zugetragen, dass in der weiteren Nachbarschaft von mir Beschwerden laut werden über meine Hunde und die Streuner, die abends zu meinem Grundstück kommen und um Futter betteln. Ich werde mich nachher mit ihr treffen, um Näheres zu erfahren. Angeblich habe man Angst vor dem Senior – ich hatte bereits von dem alten Schäferhund berichtet, der hinter meinem Haus gefüttert wird – und vor meiner kleinen Laura. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, wann massiv versucht wird, mich von dort zu vertreiben.
Ich habe Angst um meine Hunde und die Streuner, die zu mir kommen. Ich bin jeden Tag froh, wenn ich nach meinen Fütterungsrunden zurück komme und meine Hunde lebend und gesund vorfinde. Wenn ich unterwegs bin, habe ich niemanden, der mir die Hunde beaufsichtigt. Durch all den Urlaubskrawall sind sie natürlich unruhig und bellen. Und das stört die Nachbarschaft. Also hat man Angst vor den Hunden....
Leider gibt es auch keine Möglichkeit, die Welpen woanders unter zu bringen. Es gibt keine Pflegestellen, noch nicht einmal gegen Bezahlung.
Täglicher Wahnsinn...
Tagtägliche Schwierigkeiten… ich bin ziemlich in Bedrängnis, da eben auch noch Nunzio, der mir etwas hilft, seit einer Woche nicht vor Ort ist und auch noch eine Woche in Mailand bleiben muss. Ich kaufe jeden dritten Tag einen Jeep voll mit Futter und fahre Tag für Tag ziemlich große Futter - und Wasserrunden...das Geld geht raus, als hätte ich einen Zoo zu versorgen...und die Tankuhr ist unerbittlich.
Um 15.00 Uhr muss ich wieder hier sein bei TÜV, gestern hatten sie mich nicht überprüfen kònnen, waren zu viele andere Fahrzeuge dort. Wenn dies erledigt ist, geht’s wieder zu den Tieren…wie üblich und wie jeden Tag...
Feuer...
Jetzt im Sommer brennt es hier an allen Ecken und Enden, alles ist strohtrocken...stört aber die Leute nicht, sie werfen trotzdem die Zigaretten aus den Fenstern und überall liegt zerschlagenes Glas...mit entsprechender Gefahr für die Streuner...
Vor ein paar Tagen wurde das Gehege einer Tierschützerin, in dem sich einige in Sicherheit gebrachte Streuner befanden, abgefackelt...die Hunde konnte man in letzter Minute retten...
Gleichgültigkeit...
Viele Leute hier machen zum allergrößten Teil nichts : Hundekinder sind oft nur wenige Schritte neben ihrer Villa, mit dürstender Zunge usw… glaubt ihr, die würden wenigstens mal Wasser hinstellen…nicht mal das...dafùr zertreten sie mir und den Hunden meiner Strassenrudel die Plastikgefässe, in denen ich ihnen das derzeit so wichtig Wasser hinterlasse...es gibt Plätze, an denen ich jeden Tag neue aufstellen muss…ich weiß schon gar nicht mehr, woher nehmen. Auf dem einen Foto seht ihr, wie ich die Plastikgefässe zwischen Steinen einklemme…
Kein Mitleid...
Es gibt nicht wenige Dreckskerle, die ihre eigenen Hunde zu den Stellen führen, wo ich gerade Futter für die verhungernden Streuner hingelegt habe, um sich selbst das Geld für Futter zu sparen. Es gibt viele Futterplätze, an denen ich deshalb warten muss, bis die Streuner gefressen haben, ansonsten würden sie zu kurz kommen oder müssten sich mit 70kg schweren Rottweilern anlegen … so wie diesem hier auf dem Foto, der in ständiger Angriffsposition gegen die schon weit davongelaufenen Strassenhunde war.
Sie stürzen sich drauf...danke Terra Canis
Die Spende mit den Futterdosen von Terra Canis ist angekommen...
Das gespendete Futter ist einfach eine Wucht,
so etwas Nahrungsreiches haben die Hunde und Katzen
hier noch nie erhalten -
dementsprechend stürzen sie sich darauf.
Ich kann damit 3 Wochen lang täglich 100 Streuner füttern...
vermische es noch mit Nudeln und Reis oder Polenta,
so komme ich auf 5 Wochen....
Nochmals ein großes dickes DANKE an Terra Canis !
Bedanken möchte ich mich auch sehr bei der Spedition,
die diese gespendeten Dosen den weiten Weg von München
bis nach Apulien gebracht hat !
Grüsse vom neuen Zuhause ...
Ihr erinnert Euch an den kleinen Maremma, den ich nach Mailand vermittelt hatte ? Ich bekomme nun in regelmäßigen Abständen Mails und aktuelle Bilder von ihm : es geht ihm prächtig und er hat es dort sehr gut. Das ist wirklich sehr sehr schön. Solche Erfolge sind das, was einen antreibt.
Erschöpft...
Ich atme dann auf, wenn wir unser eigenes Projekt verwirklicht haben.
Und jetzt werde ich mich mit meiner Nachbarin treffen, um zu erfahren,
was genau die lieben Nachbarn planen, um mich und all meine
Hunde und Katzen zu vertreiben.
Ich bin unruhig, müde, ausgelaugt.....
Euer Dietmar Steffan














