Serbien: ein EU- Anwärterland
Eine serbische Tierschützerin schildert ihre Erlebnisse
Ich war jetzt drei Wochen in Serbien und ich muss Ihnen sagen:
Das Leben der Haus- und Straßentiere (besonders Hunde) ist dort die Hölle.
Tag und Nacht heulen und winseln an die Kette angebundene Hunde. Sie haben weder Wasser noch Futter - und das bei 36 ° Hitze.
Wenn das Heulen für die Leute zu störend wird, dann werden die Hunde einfach auf die Straße geworfen.
Auch Hunde die Zecken haben, werden weit von zuhause weggeführt und dort in fremder Umgebung alleine gelassen.
Auf der Straße geht das Leiden weiter.
Sie haben kein Wasser, kein Essen und werden von den Bewohnern mit Steinen, von betrunkenen Nachbarn mit leeren Bierflaschen beworfen und geschlagen.
Zusätzlich werden die kleinen Hunde von den Größeren angegriffen und zerfleischt.
Tagelang irren die verängstigten Hunde mit gebrochenen Beinen und blutigen Wunden herum.
Es ist ein grauenvolles Bild -- voll Leid, Schmerz und Angst.
Die Straße, wo ich wohne, ist ca. 1 km lang und alleine dort sehe ich jedes Mal, wenn ich komme, mindestens 5 bis 10 neue Hunde. Manche liegen vergiftet, halb- oder ganz tot im Straßengraben. Wenn man so etwas einmal gesehen hat, kann man es nicht mehr vergessen.
Das Schlimmste ist, dass es keine Institution oder Behörde gibt, an die man sich wenden kann, wenn man Hilfe braucht. Um das Problem "Straßenhunde und Katzen" zu lösen, haben die Behörden angeordnet:
"Tiere fangen, 2-3 Tage in kleinen Käfigen halten und dann umbringen."
Die serbischen Tierlager- Tierquälerei von öffentlichen Geldern bezahlt
Die zuständigen Behörden in Brüssel wissen wahrscheinlich nicht in welcher Art und Weise diese armen Tiere von den Straßen entfernt werden, und was dann alles mit ihnen geschieht.
In Serbien gibt es keine Kontrollen und Überprüfungen der so genannten Tierheime („Zoo-Hygiene“). Wenn es Kontrollen gibt, dann werden diese von denselben Leuten durchgeführt, die diese inhumane und grausame Lösung des Problems angeordnet haben und unterstützen. In Zentral- und Süd- Serbien ist die Situation besonders tragisch.
Obwohl für diese Heime von den einzelnen Gemeinden ein Budget zur Verfügung gestellt wird, kommt es den armen Tieren nicht zu Gute. Das meiste Geld nimmt das Personal für sich in Anspruch. Die Korruption und der Missbrauch von öffentlichen Geldern, sind leider auch in diesem Bereich stark vorhanden.
In den sogenannten „Zoohygiene“-Heimen, welche staatlichen Müllentsorgungsfirmen gehören, arbeiten Tierfänger: Arbeiter staatlicher Straßenreinigungsfirmen, die keinerlei Ausbildung und Gefühl für die Tiere haben!
Darüber hinaus arbeitet dort noch eine Menge an Angestellten wie Sekretärinnen, Direktoren, Bedienerinnen für Ihre Büroräume und eine ganze Schar von nichts-tuendem Personal, das von der Existenz und dem Leid dieser Tiere profitiert und seine Gehälter bekommt!
Zur gleichen Zeit liegen hungrige, kranke, verschreckte Tiere in ihren Käfigen ohne Wasser und jegliche Betreuung. Hunde werden mit Fangschlingen auf der Straße gefangen und dort oft gleichzeitig erwürgt, weil das die billigste Art der Tötung ist. Sie sagen „Es ist passiert weil sich die Tiere beim Fangen gewehrt haben“.
Jene Hunde, die in diesen Qualzentren dennoch lebend landen, werden gemischt: Kleine werden untergebracht mit Großen aggressiven, und Gesunde mit Kranken in Käfigen oder Boxen zu je 10-15 Tiere. Es gibt höchstens 1-2 Wasserschüsseln gemeinsam für alle Tiere, diese sind aber meistens mit dem Urin der Tiere gefüllt.
Futter gibt es nur wenn Besucher etwas mitbringen, das wird vom dortigen Personal einfach auf den mit Urin und Kot verdreckten Boden geschüttet. Am Wochenende ist kein Personal dort, um sich um diese Tiere zu kümmern, sodass sie über 2 Tage lang ohne Wasser sind und im Kot und Urin bis zum Hals liegen müssen.
Am Anfang der Woche wird dann, wegen starken Geruchs und Infektionen in den Käfigen, Chlorflüssigkeit hineingeschüttet, und die Tiere - wenn sie vorher noch nicht vor Hunger oder Krankheit gestorben sind - sterben langsam halb oder ganz vergiftet in den Ecken der Käfige! Ihre Körper werden dann von anderen hungrigen Tieren gefressen! Alle 2 bis 3 Tage verschwindet eine größere Anzahl der Tiere. Sie werden auf billigste Art und Weise umgebracht, oder auf der anliegenden Stadtmüll-Anlage mit dem Bagger begraben. Die übrig gebliebenen Tiere werden nur aus jenem Grund in den Käfigen gehalten, um diese grausamen Heime zu rechtfertigen, und die Gehälter des Personals zu legitimieren.
Der schön eingerichtete Operationssaal dient dem Direktor und seinem Personal als Garderobe (z.B. Zoohygiene- Kragujevac). Selbst wenn man als Besucher anbietet, die Sterilisation privat zu bezahlen, werden diese nicht durchgeführt, weil man ja nachher diese Tiere betreuen müsste – und das erfordert natürlich zusätzliche Arbeit für das Personal.
Beispiel „Zoohygiene“-Tierheim Kragujevac
Falls Sie beabsichtigen, nach Kragujevac zu fahren, machen Sie sich auf folgendes gefasst:
Man wird Ihnen die Situation im Tierlager mit viel Geschick und Lügen anders darstellen als sie wirklich ist.
Wir haben es auch am Anfang geglaubt.
Das Tierlager ist dicht neben der staatlichen Müllentsorgungsanlage JKP von Kragujevac, vor ca. 5 Jahren gebaut worden. Nach Einsicht in die Gemeindeabgaben für 2006 bekam das „Tierheim“ von der Gemeinde Kragujevac EUR 80.000,00 zur Verfügung gestellt.
Von dieser Summe wurden damals 15 ganz einfache billige Käfige und 1 Transporter mit Anhänger (Container), für den Transport der Tiere, gekauft.
Das restliche Geld wurde laut dem Direktor für Personalkosten ausgegeben.
Ich lebe in Wien und immer wenn ich nach Kragujevac fahre, finde ich auf der Straße herrenlose Hunde, die immer wieder Junge bekommen. Ich freute mich als ich hörte, dass es jetzt in meiner Stadt ein „Tierasyl“ gibt, dass sich um diese streunenden Hunde und Katzen kümmert.
In meiner Straße gab es eine junge, schöne Hündin, die immer an meine Gartentür kam um Futter zu holen. Weil sie immer wieder Junge bekam, entschloss ich mich, sie in das „Tierheim“ zur Sterilisation zu bringen. Ich zahlte auch einen Betrag von 3.000 Dinar dafür. Aus Wien rief ich mehrmals an, um mich nach Ihrem Zustand zu informieren, und bat die dort zuständigen Personen, sie solange dort zu behalten bis ich wieder in Kragujevac bin. Die Hündin brachte ich im September 2009 in dieses Tierheim und bin dann im Oktober 2009 mit einer Freundin nach Kragujevac gekommen um die Hündin abzuholen.
Als wir beim Tierlager ankamen, war die Hündin nicht dort. Man sagte uns, dass sie anscheinend aus dem Käfig entkommen ist. Auf meine Anfrage, wann die Hündin sterilisiert wurde und wann Sie entlaufen war, konnte mir der Direktor keine konkrete Antwort geben, da er nicht einmal wusste um welche Hündin es sich überhaupt handelte.
Laut seiner Aussage, gab es auf dem Personalcomputer einen Virus, der angeblich alle Daten vernichtet hatte und somit gab es keine Evidenz mehr. Wir schauten genau die Käfige durch und dachten, dass es eigentlich unmöglich ist von dort zu entkommen. Die Käfige waren gefüllt mit 10-15 Hunden auf ca. 2 m²:
Kleine mit großen, aggressive mit schüchternen, kranke mit gesunden Hunden. Sie alle lagen zitternd und verschreckt im eigenen Kot und Urin. In den Käfigen gab es nur 2 Wasserschüsseln für alle Hunde gemeinsam, die mit Urin und Kot der Hunde gefüllt waren.
Zur Säuberung der Käfige, wurden die Tiere nicht aus den Käfigen geholt, sondern von einem Tierfänger mit dem Wasserschlauch brutal drüber gespritzt und nur zum Teil Kot und Urin weggespült.
Zur gleichen Zeit saßen in den zwei Büroräumen ca. 8-10 Angestellte: Der Direktor, zwei Sekretärinnen, Bedienerin für die Büroräume und eine Gruppe von nichts tuendem Personal, das rauchte und Kaffee trank und am Computer Videospiele spielte.
In diesen Räumen, gab es auch einen eingerichteter Operationssaal, der als Garderobe für das Personal diente. Im Eck lag ein Hundekorb, in dem eine weiße Retriever- Hündin mit 2 Jungen lag. Sie und ein Retriever- Rüde sind Privatbesitz des Direktors und dienen zur Züchtung! Die Jungen werden verkauft bzw. laut dem Direktor verschenkt an Freunde, die ihm einen Gefallen tun. Diese Hunde können sich überall frei bewegen, auch im Hof vor den eingesperrten Hunden, was natürlich eine brutale Provokation für die Hunde in den Käfigen war.
Der Direktor jammerte uns ständig an, dass er kein Geld für Futter, für die Sterilisation und die Impfungen hat und, dass wir ihm Hundefutter und Trockenmilch bringen sollten. Zudem würde er einen Pick Up benötigen um die Hunde zu transportieren, obwohl es schon einen Tiertransporter gab. Am nächsten Tag, brachten wir Trockenfutter und Trockenmilch und uns wurde gesagt, wir sollen das Futter stehen lassen, das Personal wird die Tiere dann füttern.
Einen Tag darauf, kamen wir wieder und uns wurde gesagt, dass wir nochmals Futter mitbringen sollten. Das von uns mitgebrachte Futter wurde nicht an die Hunde in den Käfigen verteilt. Warum soll man die Tiere füttern, die sowieso in zwei Tagen umgebracht werden. Das Futter wird an Hundezüchter in der Stadt weiter verkauft. Unsere Vermutung bestätigte uns später auch ein Mitarbeiter des Tierlagers.
Dennoch haben wir wieder Tierfutter gebracht und verlangten, dass die Tiere in unserer Anwesenheit gefüttert werden. Der Tierfänger hat das Futter und die Milch, die wir mitgebracht hatten, einfach in die Käfige auf den mit Kot und Urin beschmierten Boden geschüttet.
Es kam zu einer blutigen Schlacht zwischen den großen und kleinen ausgehungerten Hunden. Wir waren so geschockt und entsetzt, wie die Mitarbeiter mit den Tieren umgehen und das ständige Gejammer des Direktors, dass er kein Geld für die Sterilisationen, Impfungen und Tierfutter hat, hat uns bewogen, ihm vorzuschlagen alle weiblichen Tiere die sich zu diesem Zeitpunkt in den Käfigen befinden, auf unsere Kosten zu sterilisieren und wieder frei zulassen.
Er war zuerst einverstanden und als wir am nächsten Tag kamen, um das Geld zu bringen, sagte er uns ganz begeistert, dass er ganz überraschend das Geld von der Gemeinde bekommen hat für die Sterilisation der Hündinnen und, dass die Tiere schon am Weg zur Veterinärambulanz zur Sterilisation sind. In der Ambulanz sagte man uns jedoch, dass die Tiere noch nicht angekommen sind.
Wir wollten die Tiere nochmals sehen, da wir sie nach der Sterilisation dann noch weiter betreuen wollten. Die Tiere waren nicht in der Ambulanz, wir kamen zum Lager zurück, doch die Tiere waren auch dort nicht. Der Direktor war schon nach Hause gegangen und das Asyl wurde um 14:00 Uhr zugesperrt. Am nächsten Tag um 7:00 Uhr in der Früh fuhren wir zur Veterinärambulanz um nachzusehen ob die Tiere schon eingetroffen sind.
Die Tiere waren wieder nicht dort und der zuständige Tierarzt wusste nicht Bescheid, er sagte, dass die Tiere noch kommen werden. Wir haben die Tiere 2 Tage zwischen dem Lager und der Veterinärambulanz gesucht, doch sie waren verschwunden.
Ich rief den Direktor des Tierheimes an, der angeblich auf den Weg nach Belgrad war, und fragte Ihn wo die Tiere jetzt wirklich sind? Er sagte mir: „Die Tiere sind schon bereits sterilisiert und schon freigelassen; ich sollte mich nicht so viel einmischen und ich habe kein Recht etwas dort zu bestimmen und verändern“
Man kann sich nur denken warum er nicht wollte, dass wir die Tiere auf unsere Kosten sterilisieren; und warum er sie lieber tötete? Sie bekommen für jedes getötetes Tier eine gewisse Summe Geld, und sie müssen die sterilisierten Tiere nachher nicht füttern und versorgen. Ich war so entsetzt und verzweifelt, und mir wurde klar, dass diese Tiere so wie alle anderen vorher, einfach über Nacht verschwanden und umgebracht wurden. Das Tierlager ist gleich neben der Müllentsorgungsanlage, wo die getöteten Tiere mit dem Hausmüll brutal vergraben werden.
Eine ähnliche Situation gab es in der Stadt Nis. Dort haben die Tierschützer auf einer Mülldeponie, Massen an Tierkadaver ausgegraben.
Die Gemeinde Kragujevac hat jetzt auch einzelne Verträge mit den umliegenden Dorfgemeinden geschlossen, dass die Tiere auch von dort gefangen und in das Lager gebracht werden. Das wird von den Dorfgemeinden extra bezahlt, und ist somit eine profitable Einnahmequelle für JKP-Zoohygiene.
Man hat Ende des Jahres 2009 durch die Unterstützung von Belgrad, zusätzlich noch geschlossene Boxen aus Beton gebaut und es ist noch eine Verbrennungsanlage bzw. ein Krematorium hinter dem Lager geplant.
An der Behandlung und Haltung der armen Tiere hat sich nichts geändert:
Sie werden weiter gequält und getötet.
Da dies die billigste Art ist, das Problem der streunenden Katzen und Hunden zu lösen. Und die Situation ist vielerorts gleich: in über 100 vom Staat und Lokalgemeinden gegründeten Tierlagern, so genannten „ Zoohygiene“- Tierheime ( Nis, Loznica, Negotin, Vranje, Svilajnac, Sombor usw.) herrschen ähnliche Zustände: Korruption, Missbrauch von Geldern, Tierquälerei und Tiertötung!
Bitte unterstützen Sie den Protest!
Liebe Tierfreunde,
helfen Sie uns dabei die jetzigen staatlichen Tötungslager zu schließen.
Wir fordern:
• eine Umwandlung der Tötungsanstalten in Tierheime mit artgerechter Betreuung und Behandlung der Hunde
• eine fachgerechte Ausbildung des Personals und der Tierheimleitung
• eine regelmäßige Kontrolle dieser Heime und deren Personal
• die Einhaltung des vorhandenen Tierschutzgesetzes, Bestrafung von Tierquälerei und Kontrolle von Privathaushalten durch eine "Tierschutz-Polizei"
Das Budget hierfür wird bereits durch die serbische Regierung zur Verfügung gestellt, jedoch leider für den Profit vieler unseriöser, profitgieriger Tierquäler.
Für ein EU- Anwärterland ist diese Situation ist skandalös und nicht akzeptabel!
Serbien selbst zeigt bereits, dass es auch anders gehen kann, so gibt es einige wenige private Tierheime, die den Beweis bringen, dass diese sogar kostengünstiger sind als die staatlichen Qualläger.
Bitte helfen Sie den Protest zu unterstützen und unterschreiben Sie folgende Petition der „Alliance for animal rights- Serbia“:
Wir danken Ihnen von Herzen!
Ihr Pfotenhilfe-Europa-Team
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Text- und Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von
"Alliance for Animal rights- Serbia"
Weitere Informationen finden Sie unter folgenden links:
FRIEND
OIPA
Sloboda za zivotinje
Animal liberation front















