18.Juni 2010
Zwei sind bereits vermittelt...
Heute war ich bei den Kleinen...rabbeln schon ganz munter...von den acht sind zwei schon ( in Italien ) vermittelt, bleiben zur Zeit noch sechs. Zwei dieser Korbschalen habe ich gekauft; es ist deshalb keine Decke drin, da es zu heiss ist, morgen kaufe ich aber eine dicke, weiche Gummimatte.
Sie sind am Tag im Garten, nachts im Hause. Ob die momentane Pflegefamilie die Nerven hat, die Kleinen noch einen dritten Monat zu behalten, wage ich zu bezweifeln, denn ab der 4.- 5. Woche geben die so richtig "Gas“...die nehmen den Leuten die Wohnung auseinander. Es sind acht Racker, die auch eine „AA – Stinki“ in der Wohnung fabrizieren...
Wir brauchen soo dringend ein Objekt, wo ich für solche Fälle Platz habe...die Strassen sind voll davon...ich werd` noch wahnsinnig.
Die Hitze dazu...in der Hütte jetzt immer noch 38 Grad, obwohl alle Fenster geöffnet sind. Es wäre sogar eine Klimaanlage im Haus, die kann ich nicht benutzen, denn Strom kostet hier ne Menge - und derzeit brauche ich das Geld für andere Dinge…
Timmi...
Auf meinen Fütterungsrunden habe ich endlich Timmi wieder getroffen. Lange Zeit war er nicht da. Aber, was ist geschehen? Timmi ist völlig abgemagert. Man hat ihm ein Auge ausgeschlagen. Trotzdem hat er mich erkannt und begrüßt. Er hat mich an sich herangelassen und ich durfte ihn sogar anfassen.
Das Futter und Wasser hat er dankbar angenommen. Ich war so erleichtert, ihn wenigstens lebendig anzutreffen. Zum Glück konnte ich heute alle nicht nur mit Futter und Wasser versorgen, sondern auch mit großen Knochen glücklich machen. Timmi, wie schön, dass ich auch Dir wenigstens einen großen Knochen geben konnte; in den nächsten Tagen werde ich versuchen, Dich mal zum Tierarzt zu bringen, damit er sich Dein Auge ansieht.
Ballu : Überfahren und liegengelassen, wen kümmerts...
Nicht genug,dass der Fahrstil der Italiener schon irrsinnig genug ist; in den Sommermonaten rasen sie in den Strassen und Kurven wie die Wahnsinnigen, ohne jegliche Rücksicht. Es werden Auto- und Motorradrennen veranstaltet. Tagsüber, nachts. Am liebsten ohne Auspuff mit Höllenlärm. Wen stören da schon streunende Hunde? Hauptsache, das Auto oder gar das geliebte Motorrad wird nicht beschädigt.
Vor allem in der Sommersaison kommen die meisten Streuner um´s Leben. Angefahren, überfahren und...liegen gelassen. Man will sich doch nicht seinen Spass verderben lassen...
Vor 5 Tagen ist vor meinen Augen während der Fütterung von einem dieser Raser einer „meiner“ Hunde angefahren worden. Ich hörte Reifenquietschen, drehte mich um und sah, wie der Hund erschrocken einen Schritt auf die Strasse machte, durch die Luft gewirbelt wurde, sich aufrappelte und im völligen Schockzustand in die Felder lief. Der Raserwagen, ich schätze mit ca. 100 km/h in einer engen Straße, bremste nur wenig und raste dann weiter.
Völlig betroffen bin ich dem Hund nachgelaufen und habe ihn gesucht. Leider konnte ich ihn nicht finden. Er wird sich natürlich verstecken und vermutlich an seinen inneren Verletzungen alleine sterben. So hat es leider auch einem meiner Lieblinge erwischt. Ich habe Ballu jetzt tot am Straßengraben gefunden. Ich konnte ihm nur noch alles Gute auf seinem Weg auf der Regenbogenbrücke wünschen. So fahre ich jeden Tag mit schwerem Herzen los und frage mich, wie lange finde ich sie noch lebend vor?
Sommerzeit...
Sommerferien, für jeden von uns verbunden mit Freizeit, relaxen können, sich erholen, Spass haben....also mit viel Angenehmen. So auch für die Italiener selbst. Aber, wie sieht es mit den Streunern aus? All denen, die in den Strassen, an den Stränden, in den Wäldern, Feldern leben müssen?
Wenn die Italiener in Scharen nach Apulien ströhmen, leben die streunenden Hunde und Katzen in noch viel größerem Stress, als ohnehin schon. War das Überleben bislang schon schwierig genug, so ist es jetzt die Hölle. Überall ertönt bis tief in die Nacht hinein von überall her laute Discomusik mit lauten Ansagen, ständige Feuerwerke allerorts. Krankenwagensirenen. Es ist das Inferno ausgebrochen.
Die Häuser, die Straßen und die Strände, Wälder beleben sich mit lärmenden Menschenmassen. Natürlich möchte man keinen verletzten, verhungernden Strassenhund sehen, im Urlaub schon gar nicht. Und die, die sich nicht schon freiwillig versteckt haben, geflüchtet sind, werden vertrieben. Das bedeutet aber noch mehr Hunger, noch mehr Durst.
Viele meiner Freunde finde ich nicht mehr. Wo sind sie versteckt? Welchen Hunger und auch Durst müssen sie bei dieser Hitze erleiden? Ich schaue mich immer wieder auf meinen Touren nach ihnen um. Durch die Hitze muß ich nun noch öfter fahren, um meine Freunde mit Wasser zu versorgen, das sie ja so dringend brauchen.
Euer Dietmar Steffan






