Serbien
Die Republik Serbien reichte am 22.12.2009 offiziell die Kandidatur für eine EU-Mitgliedschaft ein. Die Bevölkerung ist bunt gemischt und besteht zum größten Teil aus Serben, Ungarn, Rumänen, Bulgaren und Roma.
Die Hauptsprache ist serbisch. Die Mehrheit der Bevökerung sind Christen.
Serbien und sein Tierschutzgesetz
Der Artikel 269 des serbischen Strafgesetzbuches ( 1.1.2006 ) besagt :
§1 : Jeder, der wie in diesem Gesetz definiert, ein Tier quält, ihm Gewalt antut oder es tötet, muss mit bis zu 6 Monaten Freiheitsentzug bestraft werden
§2 : Wenn Leiden oder Tod mehr als einem Tier zugefügt werden, kann eine Strafe mit bis zu 3 Jahren Freiheitsentzug ausgesprochen werden. Jeder, der sich einem Vertreter der besonders geschützten Tiere ( z.B. Dach oder Bär ) gegenüber grausam oder gewalttätig verhält, kann mit bis zu 3 Jahren Freiheitsentzug bestraft werden.
Weiter besagt der Artikel 46 des serbischen Veterinärgesetzes :
- Tiere haben ein Recht zu leben.
- Es gibt kein Gesetz, das besagt, dass Euthanasierungen vorgenommen werden müssen, um das Streunerproblem zu kontrollieren.
- Jede Gemeinde hat die Pflicht, sich um ausgesetzte Katzen und Hunde zu kümmern.
- Jede Gemeinde hat die Pflicht, die Versorgung der Streunertiere zu finanzieren, auch den Bau von Tierheimen bestreffend.
- Jede Gemeinde hat die Pflicht, Sterilisationen, medizinische Versorgung und Futter für die Streuner zu finanzieren. Alternativ zur Bezahlung können auch Prämien an Freiwillige gegeben werden, die durch ihren Beruf mit Katzen und Hunden zu tun haben.
Der serbische Alltag
Wohl jeder, der sich mit Tierschutz im Ausland beschäftigt, hat schon von den Greueltaten gegenüber den Tieren in Serbien gehört.
Hunde, die man erschlägt, aufhängt, vergiftet, lebendig begräbt und verhungern lässt, zu Tausenden tötet, mit brutalen Fangmethoden schwer verletzt u.s.w.
Das bestehende Tierschutzgesetz wird auch in diesem Land nicht praktisch umgesetzt, auch in Serbien hat man nicht erkannt, dass das Problem des Streunertums nur dann zu ändern ist, wenn man prophylaktisch denkt, d.h., die Geburtenrate senkt.
Gegenwärtig wird von den Behörden Serbiens Geld für illegale Tötungen ausgegeben, obwohl man dieses Geld gemäß vorliegendem Gesetz für die Versorgung, Sterilisation, Impfung und Kennzeichnung der Tiere ausgeben müsste:
Die „Shinters“ (= Streunerkontrollteams ) bekommen für jeden Hund, den sie fangen und töten, 5000-10.000 Dinar.
Dagegen betragen die Kosten für die Sterilisation und Chippung eines Tieres ca. 3000 Dinar.
Mit dem Geld, das man ausgibt, um einen Hund zu fangen und zu töten, könnten also ca. 3 weibliche oder 5 männliche Tiere sterilisiert und gekennzeichnet werden….
Nach den mit äußerster Brutalität durchgeführten Fangaktionen der Strassenhunde werden diese in meist extrem engen Räumen zusammengepfercht, wo sie ohne Futter und Wasser tagelang sich selbst überlassen werden.
Viele fangen durch die ausbrechende Panik das Beissen an, der nagende Hunger kommt dazu und viele Hunde sterben schon in dieser „Verwahrungszeit“; nach einigen Tagen werden sie dann getötet. Nicht schmerzlos nein, sondern auch hier wieder auf brutale Art und Weise, entweder durch das Nervengift T 61, Gas oder direkte Gewalt – obwohl das serbische Tierschutzgesetz DIES NICHT ERLAUBT.
In Raca sollen nach Angaben serbischer Tierschützer bis heute 1,5 Millionen Hunde umgebracht worden sein, dies entspricht 90 % der dort eingelieferten Hunde.
Auch sollen eingefangene Hunde nach deren Sterlisation und Chippung absichtlich mit Viren infiziert worden und dann wieder ausgesetzt worden sein, um möglichst viele der anderen noch freien Hunde anzustecken.
Quintessenz
Auch Serbien hat ein ordentliches Tierschutzgesetz, das konsequent ignoriert wird.
Stattdessen werden unter Duldung der zuständigen Behörden kommerzielle Organisationen damit beauftragt, „sich um das Problem der Streuner“ zu kümmern, von denen die Hunde durch brutale Methoden eingefangen, misshandelt und getötet werden.
Sinnvolle Prophylaxe findet nicht statt, obwohl dies gesetzlich vorgegeben ist.
Zuständige Politiker und Behörden ignorieren ihre eigenen Gesetze und das Leiden von Tausenden von Hunden und Katzen.
Was muß sich ändern
- Das bestehende Tierschutzgesetz muss endlich auch praktisch vollzogen werden : das Gesetz an sich ist gut, wird jedoch weder von Politikern, noch zuständigen Bürgermeistern und dann naturgemäß auch nicht von den Bürgern Serbiens ernst genommen.
- Die Bevölkerung müsste aufgeklärt und sensibilisiert werden, mit ihren Tieren verantwortungsvoller umzugehen und sie sterilisieren und chippen zu lassen. Nur durch Impfung, Kastration und Identifikation der Haustiere lässt sich langfristig auf natürliche Weise die Zahl der serbischen Streuner reduzieren.
- Anstatt viel Geld für die illegalen Hundefänger und Tötungslager auszugeben, sollte das Geld in staatlich geförderte Kastrationsprogramme investiert werden.
- Der Tierschutzgedanke müsste schon in Schulen Anwendung finden, damit die zukünftige Generation sich ihrer christlichen Verantwortung gegenüber unseren Mitgeschöpfen bewusster wird.
- Tötungen müssen ohne wenn und aber abgeschafft werden, die Infrastruktur von staatlichen Tierheimen eine artgerechte Haltung der Tiere gewährleisten und die Mißhandlung und das Aussetzen von Tieren konsequent strafrechtlich verfolgt werden.
Hier finden Sie weitere Bilder über den Alltag in Serbien.
Diese Bilder sind, wie soviel andere, sehr grausam, beschreiben aber sehr eindrücklich die Situation-ohne Worte.
Bericht
Birgit Lewe





