Victor Savoshchenko
Mein Name ist Victor Savoshchenko.
Ich bin 53 Jahre alt und führe ein kleines Tierheim für obdachlose Hunde in Daugavpils in Lettland. Ich habe eine höhere Schulbildung, gewann Preise mit der lettischen Mannschaft im Gewichtheben, habe eine medizinische und eine musikalische Ausbildung und sang auch als Tenor an der Oper von Riga. Ich hatte also schon verschiedene Tätigkeiten.
Was ich aber schon immer gemacht habe, ist, den Tieren zu helfen.
Wie ich dazu gekommen bin, ein Tierheim für Straßenhunde zu eröffnen ?
Nun, vor 8 Jahren kamen Angestellte der Stadtverwaltung in unser Dorf wegen eines streunenden, abgemagerten Straßenhundes, der verzweifelt nach etwas Essbarem suchte und dabei wohl einige Anwohner gestört hatte. Daraufhin wurde die Polizei gerufen, die dann – vor den Augen der lettischen Kinder – auf den Hund schoß. Der Hund flüchtete blutüberströmt vor seinen Mördern, hatte aber keine Chance, wurde eingeholt und schließlich noch lebend aufgehängt.
Von da an begann ich, mich um obdachlose Hunde zu kümmern und sie so weit wie möglich zu schützen, sie von der Strasse zu holen, sie mit ausreichend Futter zu versorgen, ihre Verletzungen auszukurieren und ihnen ein einigermaßen schönes Zuhause zu geben.
Zunächst schlug ich der hiesigen Gemeindeverwaltung vor, ein eigenes Tierheim für Straßenhunde zu schaffen und mich um die Tiere zu kümmern, wenn sie dafür das Einfangen Töten der Hunde einstellen. Man forderte mich daraufhin nur auf, den Ort für immer zu verlassen.
Da ich demzufolge keinerlei finanzielle Unterstützung seitens der Stadt bekommen konnte, die Hunde dort aber auch nicht im Stich lassen wollte, verkaufte ich meine Wohnung und baute auf einem offenen Feld vor dem Dorf eine Voliere für die Straßenhunde – und ich begann, als Taxifahrer zu arbeiten, um die Hunde versorgen zu können.
Es war extrem stressig.
Ich musste mich um die kranken und oft verletzten Hunde kümmern, ihnen warme Unterstände bauen und sie füttern, gleichzeitig aber auch arbeiten. Zeit zum Ausruhen blieb da einfach nicht mehr. So kam es dazu, dass ich durch meine chronische Übermüdung einen Autounfall verursachte, mir die Schulter und den Fuß brach und auch noch 428 Euro bezahlen musste.
Es war Winter und es war sehr kalt. Ein Auto hatte ich nicht mehr.
Meinen Gips machte ich ab und legte dafür einen engen Verband an, damit ich mit dem Fahrrad zu meinen Hunden fahren konnte, denn ausruhen konnte ich mich trotz der Verletzungen nicht – die Hunde haben ja nur mich. Schließlich verkaufte ich auch mein Haus und kaufte ein altes Haus außerhalb der Stadt, wo ich ein neues Tierheim gründete und wo ich ihnen besser helfen konnte.
Ich habe immer bei verschiedenen Stellen um Unterstützung gebeten, jedoch immer nur Absagen bekommen. Geld verdiene ich nun nicht mehr, da ich keine Arbeit mehr habe. Hilfe für Menschen ohne Arbeit gibt es in Lettland nicht, 40% sind arbeitslos. Meine einzige Möglichkeit, das notwendige Geld für meine Hunde zu bekommen, ist, zu betteln.
Ich bin nicht krankenversichert und meine Frau bezieht eine Rente von 214 Euro im Monat. Derzeit versorge ich in meinem Tierheim 37 Hunde und 11 Welpen. Wenn ich sterbe oder schwer erkranken sollte, dann sterben auch meine Hunde, das ist die bittere Wahrheit.
8 Jahre lang wurde ich nun schon für meine Tierliebe gedemütigt.
Die Straßenhunde in Daugavpils laufen sie auf der Straße herum, ausgesetzte arme Tiere, hungrig, krank, verletzt und sich gegenseitig fortpflanzend, weil sie von ihren Vorbesitzern nicht kastriert wurden. Das Füttern der Straßenhunde ist gesetzlich verboten.
Der Anblick dieser hoffungslosen und verzweifelten Hunde kümmert niemanden. In den Notunterkünften Lettlands werden sie nach 14 Tagen getötet.
Ich bin hoffnungslos übermüdet und habe keine Zeit, mich einmal auszuruhen. Um 07.00 Uhr beginne ich mit der 1.Fütterung für die Hunde, das dauert 1 – 1 ½ Stunden. Dann koche ich eine Charge für die nächste Fütterung, hacke das Fleisch und die Knochen und koche dann eine Suppe mit Fleisch.
Während der Brei kocht, frühstücke ich. Dann lasse ich die Pfannen abkühlen und räume in dieser Zeit in der Voliere der Hunde auf, was ungefähr eine weitere Stunde dauert. Danach hole ich Wasser aus dem Teich, denn eine Wasserleitung oder einen eigenen Brunnen habe ich dort nicht.
Dann werden die Hunde das zweite Mal gefüttert und danach ziehen sie sich auf ihre Plätze zurück. Danach fahre ich in die Stadt, stelle mich vor die Geschäfte und bettle bei den Menschen um Geld für meine Hunde.
Ich erkläre ihnen, was ich tue, muss mir aber viele Beleidigungen und Beschimpfungen anhören.
Ich hasse es, zu betteln, aber es gibt keine Alternative, sonst könnte ich kein Fleisch für die Hunde kaufen.
Wenn ich einen guten Tag erwischt habe, erbettle ich um die 50 Euro ( das meiste bis jetzt waren einmal 57 Euro ), dazu benötige ich ungefähr 5 Stunden. Danach fahre ich dann Futter und Medikamente für die Hunde kaufen, danach zu einer Tankstelle, um die Wassereimer zu füllen, dann fahre ich nach Hause, wo ich meist gegen 21.00-22.00Uhr ankomme.
Gegen 02.00-03.00Uhr nachts komme ich dann endlich einmal zur Ruhe, außer, einem Hund geht es schlecht und ich muß mich die ganze Nacht um ihn kümmern, so geht es jeden Tag.
Es wäre schön, wenn ich ein bisschen Hilfe bekommen könnte, denn hier unterstützt mich niemand.
Ich brauche dringend etwas Geld, um Hunde kastrieren lassen zu können und um Medikamente zu kaufen.
Ich habe auch eine Internetseite, die aber leider in russischer Sprache ist : http://www.dogwaits.ucoz.lv/
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit
Ihr Viktor
Wenn Sie Viktor durch eine Spende unterstützen möchten, beachten Sie bitte folgende Bankdaten :
Name : Viktors Savoscenko
5403 DAUGAVPILS Lettland
Idn.-Nr.240456-10213
IBAN LV 90 UNLA0050008106685
BIC UNLALV 2 X
SO MUSS es auf dem Überweisungsformular stehen! Die Idn.-Nr. muss eingetragen werden, da er der Bank seinen Personalausweis vorlegen muss.
Update am 17.12.09:
Liebe Freunde, es ist bitterkalt bei uns : - 20 Grad. Mein Auto stirbt dauernd ab. Wegen des Wetters sind fast keine Leute auf der Strasse; ich stehe stundenlang in der Kälte und bettle für Almosen für die Hunde, bekomme aber nur ein paar Euro zusammen. Alles ist sehr schwer und ich schlafe nur noch 2 Stunden am Tag. Wenn Sie den Hunden ein bißchen helfen könnten - auch ein paar Euro helfen - , wäre ich Ihnen sehr dankbar. Ihr Viktor










